Razzia: Zwölf rechte Terrorverdächtige in Untersuchungshaft

Razzia: Zwölf rechte Terrorverdächtige in Untersuchungshaft

  • Nach Zerschlagung von mutmaßlicher Terrorzelle
  • Elf Festgenommene in U-Haft
  • Gruppe wollte bürgerkriegsähnliche Zustände

Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle mit Razzien in NRW ist gegen alle zwölf Festgenommenen in Karlsruhe Haftbefehl erlassen worden.

Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) erließen am Samstag (15.02.2020) Haftbefehl gegen vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe und alle acht mutmaßlichen Helfer.

Vier Festgenommene stammen aus NRW

Die Gruppe soll Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben, um bürgerkriegsähnliche Zustände auszulösen. Vier der festgenommenen Männer stammen aus NRW. Ein Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke soll demnach ein Gründungsmitglied sein, zwei weitere aus dem Kreis sowie ein Mann aus Hamm sollen Unterstützer der Gruppe sein. Einer der Verdächtigen ist laut Innenminister Herbert Reul (CDU) ein Verwaltungsbeamter bei der NRW-Polizei. Er sei suspendiert worden.

Grüne fordern Antworten von Reul

"Dass sich ein Verwaltungsbeamter der NRW-Polizei unter den Verdächtigten der heutigen Durchsuchungen befindet, ist erschreckend", erklärte Verena Schäffer, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. "Rechtsextreme und rassistische Einstellungen haben in unserer Polizei nichts zu suchen." Innenminister Reul müsse nun Fragen zu Beschäftigungsdauer und Arbeitsfeldern des verdächtigen Verwaltungsbeamten beantworten.

Am Mittwochabend (19.02.2020) reagierte die Polizei Hamm im Umgang mit dem offenbar rechtsextremen Mitarbeiter selbstkritisch: "Mit dem Wissen von heute müssen wir rückblickend feststellen, dass wir die einzelnen Mosaiksteine seines Agierens, wie die Nutzung von Fahnen, Emblemen und Schreibweisen seines Namens, nicht ausreichend geprüft haben", teilte die Polizei Hamm mit.

Austausch in einer Chatgruppe

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios und des SWR handelt es sich bei den Beschuldigten um Männer zwischen 20 und 50 Jahren. Dem Bericht zufolge tauschten sie die Idee von den Anschlägen und Fotos selbstgebauter Waffen in einer Chatgruppe aus. Darauf sei das Bundesamt für Verfassungsschutz aufmerksam geworden.

Stand: 19.02.2020, 21:10