Gegen Clan-Kriminalität: Reaktionen zu Razzia im Ruhrgebiet

Polizisten gehen  in ein Lokal

Gegen Clan-Kriminalität: Reaktionen zu Razzia im Ruhrgebiet

  • Polizei-Gewerkschaft begrüßt Razzia
  • Minister spricht von langfristigen Projekt
  • Journalist nennt Aktion "Effekthascherei"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Razzia gegen die kriminellen Clans begrüßt. "Im Prinzip war ein solches Einschreiten längst überfällig", so GdP-Landeschef Michael Mertens.

Nach seiner Ansicht hat sich der Aufwand gelohnt. "Wenn Lokale geschlossen werden nach solchen Aktionen, weil sie den Vorschriften nicht entsprechen, ist das ein klares Zeichen", sagte er. "Ich finde den Ertrag erstaunlich in der kurzen Zeit."

Kampf dauert noch mindestens zehn Jahre

Für NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) ist der Kampf gegen kriminelle Clans ein langfristiges Projekt. Dem WDR sagte er, er gehe davon aus, dass dieser Kampf noch mindestens zehn Jahre dauert. Er wolle, dass hierbei Sonder-Staatsanwälte zum Einsatz kommen.

Seit Anfang des Jahres sind in Essen zwei Staatsanwälte ausschließlich mit der dortigen Clan-Kriminalität beschäftigt. Laut Biesenbach führt Essen die Landesstatistiken in diesem Bereich an.

Sundermeyer rechnet mit nur wenigen Ermittlungsverfahren

Olaf Sundermeyer, Journalist und Experte für Clan-Kriminalität, bezeichnete im WDR Aktionen wie die am Wochenende dagegen als "Effekthascherei". Großrazzien könnten zwar als "Botschaft" für Kriminelle dienen. Allerdings zögen öffentlichkeitswirksame Razzien in der Regel nur sehr wenige Ermittlungsverfahren nach sich.

Stand: 14.01.2019, 15:22