Zahl der illegalen Autorennen gestiegen

Zahl der illegalen Autorennen gestiegen

  • Zahl der illegalen Autorennen gestiegen
  • Ex-Raser: Polizei erfasst nur einen Bruchteil
  • Experte rät zu verdeckten Ermittlungen der Polizei

In den letzten Jahren sind in NRW immer wieder Unschuldige durch illegale Autorennen gestorben. Darum wurde die Gesetzeslage im Oktober 2017 verschärft, aber dennoch steigen die Unfallzahlen und die Zahlen der illegalen Autorennen weiter an.

Westpol liegen bislang unveröffentlichte Zahlen vor. Danach hat die Polizei 2017 in NRW 335 illegale Autorennen festgestellt. 2018 sogar 474 Rennen. Ein Anstieg um gut 40 Prozent. Und die Zahl der Unfälle hat sich von 32 im Jahr 2017 auf 70 im Jahr 2018 mehr als verdoppelt.

Innenminister: Autorennen ist wie Rauschgift

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärt den Anstieg so: "Autorennen ist wie Rauschgift. Es ist ein Kontrolldelikt. Das heißt: immer dann, wenn man sagt, wir wollen das jetzt stärker kontrollieren, dann kriegen sie größere Zahlen."

Aber trotz vermehrter Kontrollen und einer gewachsenen Aufmerksamkeit der Polizei ist das Dunkelfeld der Taten immer noch groß.

Ex-Raser: Zahl geht in die Tausende

Patrick aus Essen kennt die Raser-Szene, er ist früher selbst Rennen gefahren und weiß, wie seine Kumpel ticken. Er sagt, teilweise würde die Szene Polizei und Politik belächeln.

"Aber wenn ich überlege, wir sind an einem Wochenende um die 50 Rennen gefahren. Wir als Einzelpersonen! Wenn ich überlege, wie viele Rennen da heute noch stattfinden, dann müsste man eigentlich zu Tausenden Verfahren anhängig haben."

Strafe als Abschreckung

Heute sind Autorennen eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit mehr. Den Tätern drohen der Verlust von Führerschein und Auto sowie höhere Geldbußen. Und bei Unfällen mit Todesfolge sogar 10 Jahre Gefängnis. Harte Maßnahmen - die jedoch ihre Grenzen haben.

Thomas Stiefelhagen

Thomas Stiefelhagen

Für Thomas Stiefelhagen, Verkehrsexperte aus Bielefeld, ist das neue Gesetz "kein stumpfes Schwert, aber es hat nicht die abschreckende Wirkung, die in dem Gesetz stecken sollte". Denn damit könne man nur "rational denkende Menschen" erreichen. Wer jedoch von Emotionen getrieben werde, blendet die drohenden Folgen einfach aus.

Verdeckte Kontrollen

Mehr Kontrollen und Sondereinheiten der Polizei wie in Köln - das sind für Thomas Stiefelhagen wichtige Maßnahmen im Kampf gegen illegale Autorennen.

"Nur sollte man grundsätzlich bedenken, ob man diese dann auch so prominent platziert, wie sie in Köln platziert worden ist. Sicherlich sinnvoll ist, das in Form von verdeckten Ermittlungen durchzuführen. Weil wenn sich das in der Szene rumspricht, dann hat das so eine Art Trophäencharakter."

So geht die Kölner Polizei gegen Raser vor

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 30.10.2018 18:41 Min. WDR 5

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Stand: 03.02.2019, 09:56