Tausende NRW-Polizisten im Dienst verletzt

Polizeiwagen auf Abschleppfahrzeug auf Autobahn bei Nacht

Tausende NRW-Polizisten im Dienst verletzt

  • 2016 gab es fast 9.000 verletzte Polizisten
  • Häufig sind Schnitt- und Stichwunden sowie Prellungen
  • Innenministerium beklagt raues Klima

Der Tod der jungen Polizistin, die auf der A61 bei Viersen ums Leben kam, weil ein offensichtlich betrunkener Lkw-Fahrer ihren Streifenwagen rammte, ist keine Ausnahme. 2015 starben zwei Autobahnpolizisten auf der A44 bei Lichtenau unter ähnlichen Umständen: Sie verbrannten, nachdem ein Sattelzug aus voller Fahrt auf den Streifenwagen prallte.

Schnittwunden, Knalltraumata, Beleidigungen

Ausgebrannter Streifenwagen auf der A44 bei Lichtenau

Ausgebrannt: Streifenwagen auf der A 44

Solche Fälle sorgen für Schlagzeilen, andere bleiben lange im Gedächtnis, wie die Morde an drei Polizisten in Dortmund und Waltrop, im Jahr 2000 begangen von einem Rechtsradikalen.

Weitaus häufiger sind Schnitt- und Stichwunden, Knalltraumata und Prellungen. In die Statistik fließen auch Formen psychischer Gewalt wie Beleidigungen ein. Für das Jahr 2016 verzeichnet sie fast 9.000 Fälle, im ersten Halbjahr 2017 gab es rund 4.400. Das Innenministerium geht davon aus, dass die Zahl schließlich bei etwa 7.500 liegen wird.

"Das Klima wird rauer"

Das sind zwar weniger als im Vorjahr, aber "das Klima wird insgesamt rauer", wie ein Ministeriumssprecher beklagt. Das gelte nicht nur für die Polizei, sondern auch für die Justizvollzugsbeamten und Rettungskräfte. "Das ist eine besorgniserregende Tendenz, dass der Respekt fehlt", so der Sprecher.

Stand: 29.12.2017, 19:37