Polizei entdeckt deutlich mehr Rechtsextreme in eigenen Reihen

Polizei entdeckt deutlich mehr Rechtsextreme in eigenen Reihen

  • Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle bei der Polizei steigt deutlich
  • Neue Extremismusbeauftragte haben Arbeit aufgenommen
  • Schwerpunkte bisher in Aachen und Hamm

Die Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle innerhalb der Polizei von Nordrhein-Westfalen ist deutlich gestiegen. Wegen rassistischer, fremdenfeindlicher oder volksverhetzender Äußerungen gab es allein im laufenden Jahr bisher 15 Ermittlungsverfahren. In den neun Jahren zuvor wurde nur gegen insgesamt zehn Personen ermittelt.

Diese Zahlen nannte der Direktor des Landesamtes der Polizei für Ausbildung und Personalangelegenheiten, Michael Frücht, am Montag (25.05.2020) bei einer Tagung in Düsseldorf. Die Ermittlungen, so Frücht, konzentrieren sich auf zwei Komplexe in Aachen und Hamm. Erst am Freitag (22.05.2015) waren dort zwei neue Fälle bekannt geworden.

47 neue Extremismusbeauftragte

Als Reaktion auf die ersten Vorfälle im Frühjahr hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) in jeder der 47 Kreispolizeibehörden des Landes Extremismusbeauftragte eingeführt. Sie sollen dort als Ansprechpartner in Verdachtsfällen fungieren. Dass nun mehr Beamte und Verwaltungsangestellte entdeckt werden, wenn sie sich rechtsextremistisch äußern, hängt offenbar mit der verstärkten Aufmerksamkeit für das Thema innerhalb der Polizei zusammen.

Gemessen an der Gesamtzahl, es gibt in NRW fast 50.000 Polizisten, liege die Gesamtzahl der rechtsextremen Verdachtsfälle bei einem halben Prozent, sagte Frücht. Dennoch müsse man klarmachen, dass jeder, der sich rassistische, fremdenfeindliche oder antisemitische Äußerungen zu eigen macht, in der NRW-Polizei keinen Platz hat.

Stand: 25.05.2020, 16:24

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