NRW: Politischer Aschermittwoch light

NRW: Politischer Aschermittwoch light

Zum Politischen Aschermittwoch fahren die Parteien ordentliche Geschütze gegeneinander auf. An diesem Tag ist eigentlich "Draufhauen" angesagt. Doch offenbar nicht in diesem Jahr.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Den Auftakt machte die FDP in Köln. Nicht wirklich viele Lacher kassierte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ehemalige Bürgermeisterin von Düsseldorf. Ein Vergleich der FDP mit der "toten Oma", die man dann doch vermisst oder ein Zitat des verstorbenen Kollegen Jürgen Möllemann, der der FDP einst einen gehörigen Imageschaden zufügte, zündeten bei den Liberalen nicht.

Den Auftakt machte die FDP in Köln. Nicht wirklich viele Lacher kassierte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ehemalige Bürgermeisterin von Düsseldorf. Ein Vergleich der FDP mit der "toten Oma", die man dann doch vermisst oder ein Zitat des verstorbenen Kollegen Jürgen Möllemann, der der FDP einst einen gehörigen Imageschaden zufügte, zündeten bei den Liberalen nicht.

Unter dem Motto "Jeck auf Grün" feierten die Grünen in Köln ihren Aschermittwoch. Die AfD sei das Sprachrohr der Rechtsterroristen, sagte Landeschefin Mona Neubaur, und demokratische Parteien dürften "niemals deren Stichwortgeber sein".

Die Grünen hätten "über die Jahre Ökologie und Ökonomie zusammengebracht", sagte die ehemalige Grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth. "Wir haben bewiesen, dass man mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben kann."

Immerhin: Als es auf der Bühne schließlich Livemusik gab, konnten die beiden Landesvorsitzenden der Grünen Felix Banaszak und Mona Neubaur (vorne) mit Claudia Roth und der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker doch noch schunkeln.

Die Mahnung vor rechten Bedrohungen zogen sich durch fast alle Aschermittwochsreden. "Es beginnt mit den bösen Gedanken, dann kommt das böse Wort, am Ende gibt es irgendeinen, der die böse Tat verübt", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Laschet plädierte für die Pendlerpauschale: "In Hamburg ist es intelligenter, nicht mit dem Auto zu fahren. Das geht im ländlichen Raum aber nicht. Man darf nicht mit dieser Arroganz in den Städten über den ländlichen Raum reden."

Sein Kontrahent Friedrich Merz dagegen hatte eine Einladung der thüringischen CDU zum Politischen Aschermittwoch angenommen. Dort wurde er frenetisch gefeiert. Thüringens CDU-Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring sagte, man setze auf Merz als Kandidaten: "Unsere CDU in Deutschland braucht einen personellen Neuanfang."

Etwas spitzzüngiger trat in Schwerte Norbert Walter-Borjans auf dem Aschermittwochstreffen der SPD auf. So ätzte er gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschets Entscheidung, für den Partievorsitz zu kandidieren: "Und was sagt uns Armin: Na, wenn ich Ministerpräsident von NRW nicht kann, dann werde ich eben Bundeskanzler".

Stand: 26.02.2020, 20:25 Uhr