Heimspiel für "Spaßvogel" Laschet

Armin Laschet (CDU), in Lennestadt

Heimspiel für "Spaßvogel" Laschet

Von Nina Magoley

Von Frust konnte keine Rede sein, als sich die NRW-CDU im tiefsten Sauerland zum politischen Aschermittwoch (14.02.2018) traf. Ministerpräsident Armin Laschet sorgte für heitere Stimmung.

600 CDU-Parteimitglieder aus ganz NRW füllen den Schützensaal in Lennestadt-Kirchveischede, als Armin Laschet am frühen Abend die Bütt betritt. Er wirkt gut gelaunt. Anders als wohl zur gleichen Zeit im gegnerischen Lager bei der SPD trifft Laschet auf ein einstimmig wohlwollendes Publikum.

Keine Schwarz-Weiß-Fotos im Unterhemd

Ministerpräsident Laschet beim Heringessen

600 Mitglieder im Schützensaal

Schließlich saß er ein Jahr zuvor noch als normales Mitglied hier im Saal und ist jetzt "ihr" Ministerpräsident. Mit Erinnerungen an den Wahlkampf erntet Laschet dann auch seine ersten Lacher. Natürlich, sagt er, hätte er sich in schwarz-weiß fotografieren lassen können, im Unterhemd, unrasiert. Nein, ruft er dann, das habe er lieber der FDP überlassen.

Ex-Buddy Lindner

Wie Laschet da über seinen ehemaligen Wahlkampf-Buddy spricht, lässt auf sein heutiges Verhältnis zu FDP-Chef Christian Lindner schließen. Vier Wochen habe man in Berlin über Jamaika sondiert - Laschet war dabei. "Dann sagt einer: Ich mach' nicht mehr mit" - als alle schon in Mänteln gestanden hätten. Pause. Schlenker: Das, sagt er dann, habe man in NRW besser hingekriegt. Innerhalb von drei Wochen sei hier die Regierungsbildung perfekt gewesen.

Armin Laschet (CDU), Lennestadt

"Nicht unrasiert und im Unterhemd"

Dann arbeitet sich der Ministerpräsident durch seine erste Erfolgsbilanz: Mehr neue Polizisten, ein Innenminister, der Kurdendemonstrationen rigoros abbreche, wenn gegen das Gesetz verstoßen wird. Eine Bosbach-Kommission zur Inneren Sicherheit, von der "andere Länder lernen wollen". Von einem Innenminister Jäger, meint Laschet, habe niemand lernen wollen.

Inhalte sind Markenkern

Dann ist er wieder auf Bundesebene. Dass viele in der CDU jetzt meinen, die Partei habe mit dem Bundesfinanzministerium auch ihren Markenkern verloren, findet Laschet unangebracht. Markenkern der CDU seien nicht die Posten, sondern Inhalte. Selbstbewusst müsse die CDU nun die Ressorts, die sie habe, nutzen, um "unsere christdemokratische Politik sichtbar werden zu lassen". Nach 45 Minuten Rede: Stehende Ovationen am Schluss und Armin- Rufe.

Viele weißhaarige Häupter

Ministerpräsident Laschet beim Heringessen

Endlich Zeit für den Hering

Und während der Ministerpräsident nach vielem Händeschütteln endlich vor seinem Teller Heringe sitzt, resümiert Marion Schwarte, die seit fast 20 Jahren CDU-Mitglied im Kreis Olpe ist: Sie fühle sich "gut aufgehoben" in der Partei Laschets. Seinen Optimismus nehme sie ihm ab. Wichtig für die CDU sei jetzt allerdings ein Generationenwechsel. Was sie meint, wird deutlich beim Blick durch die Halle, wo graue und weiße Häupter dominieren.

Stand: 14.02.2018, 20:47