Pleitgen: Ruhrgebiet muss eine Stadt werden!

Pleitgen: Ruhrgebiet muss eine Stadt werden!

Von Christoph Ullrich

  • Ruhr 2010-Geschäftsführer Pleitgen übt Kritik am Ruhrgebiet
  • Region müsse sich endlich als gemeinsame Metropole verstehen
  • Vor zehn Jahren war das Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt

Zehn Jahre ist es her, dass das Ruhrgebiet die europäische Kulturhauptstadt war. Fritz Pleitgen, der damalige Geschäftsführer der sogenannten Ruhr 2010, hat jetzt Kritik an der Region geübt.

Er hatte sich mehr Wandel gewünscht, sagte er im Interview mit dem WDR 5-Westblick. Zehn Jahre später überrasche es ihn, dass das Ruhrgebiet sich immer noch nicht als eine Stadt verstehe. "Es müsste eine völlige Gemeinsamkeit geben", erklärte Pleitgen.

Fritz Pleitgen: "Ruhrgebiet müsste völlige Gemeinsamkeit haben."

WDR 5 Westblick - Interview 13.01.2020 06:20 Min. Verfügbar bis 12.01.2021 WDR 5

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Als positive Beispiele nannte der ehemalige WDR-Intendant die Hochschulen und die Museen. Dort sei man inzwischen stark vernetzt, das Ruhrgebiet "ist eine Wissenschaftsregion", so Fritz Pleitgen.

Beispiel an London nehmen

Er empfahl dem Ruhrgebiet, sich ein Beispiel an London zu nehmen. Dort lebten rund neun Millionen Menschen, deutlich mehr als die etwa fünf Millionen zwischen dem Kreis Wesel und Hamm. Trotzdem gebe es in London immer noch starke, eigenständige Bezirke wie Chelsea, Kensington oder Greenwich.

Würde sich die Ruhrregion als gemeinsame Region verstehen, gäbe es "auch endlich mal einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr", so Pleitgen. Außerdem lobte er die Ruhrkonferenz der Landesregierung und bezeichnete sie als große Chance.

Positive Bilanz der damaligen "Ruhr 2010"

Seine Bilanz der europäischen Kulturhauptstadt 2010 fällt für ihn dagegen weiterhin positiv aus. Man habe mit gut zehn Millionen Besuchern die erfolgreichste Kulturhauptstadt bisher veranstaltet. Als Grund nannte der 81-Jährige den starken Zusammenhalt der Kommunen, den es damals gegeben habe.

Stand: 13.01.2020, 15:30