Windkraft-Ausbau: Pinkwart rudert zurück

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart will Windkraft verdoppeln WDR aktuell 25.03.2019 02:18 Min. Verfügbar bis 25.03.2020 WDR Von Mathea Schülke

Windkraft-Ausbau: Pinkwart rudert zurück

Von Jürgen Döschner

  • Minister reagiert auf Debatte
  • "Theoretisches Potenzial" statt Ausbauplan
  • Keine Angaben zum Zeitraum

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) rückt von seiner Aussage ab, die Windkraftkapazitäten in Nordrhein-Westfalen in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln.

In einer am späten Montagabend (25.3.2019) dem WDR übermittelten Stellungnahme des Ministers heißt es nun, es gebe "ein theoretisches Potenzial zur Verdoppelung der Kapazitäten in den kommenden Jahren." Es ist weder von einem konkreten Zeitraum noch von einer Absicht des Ministers die Rede.

Streit um Abstandsregel

Andreas Pinkwart  beantwortet bei einer Pressekonferenz aktuelle Fragen zur Energie- und Strukturpolitik

In einem Gespräch mit dem WDR hatte Pinkwart zuvor erklärt: "Die Gesamtmenge an Windkraft, die in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, werden wir in den nächsten fünf Jahren noch einmal verdoppeln."

Diese Aussage hatte am Montag für Irritationen gesorgt. Dabei standen die von der NRW-Landesregierung beabsichtigten Einschränkungen beim Windkraft-Ausbau im Mittelpunkt - insbesondere die beabsichtigte Einführung eines pauschalen Mindestabstands für neue Windkraftanlagen von 1.500 Metern zur nächsten Wohnbebauung.

Nach Ansicht von Oppositionspolitikern, Verbänden und des Umweltbundesamtes schränkt ein solcher Mindestabstand den Windkraft-Ausbau erheblich ein. Eine Verdoppelung der bestehenden Kapazitäten sei mit einer solchen Regelung nicht machbar. 

"Es reicht nicht, auf der Öko-Welle surfen zu wollen und dann Angst vor der eigenen Courage zu bekommen. Notwendig ist, dass der Minister Farbe bekennt: Will er die Leistung von Windstrom in NRW verdoppeln, dann muss er den 1.500-m-Mindestabstand streichen. Dabei hat er die Unterstützung der SPD", sagte Marc Herter, stellvertretender SPD-Fraktionschef im Landtag

"Ausbau mit Maß und Mitte"

Zu der Forderung nach einer Streichung der geplanten Abstandsregelung äußert sich Pinkwart in seiner jüngsten Stellungnahme nicht. Stattdessen verweist der FDP-Politiker auf den Koalitionsvertrag und den darin "vereinbarten Ausbau mit Maß und Mitte".

Erneuerbare Energien: NRW hinkt hinterher

Nordrhein-Westfalen liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energien weit zurück. Statt der im Bundesdurchschnitt rund 40 Prozent sind in NRW aktuell lediglich 13 Prozent des Stroms (Stand: 2018) aus regenerativen Quellen wie Wind, Sonne oder Biogas gewonnen worden.

Stand: 26.03.2019, 09:37