Minister rechtfertigt Rodungen im Hambacher Forst

Gefällte Bäume liegen im Hambacher Forst, während im Hintergrund eine Braunkohlebagger im Tagebau zu sehen ist

Minister rechtfertigt Rodungen im Hambacher Forst

  • Wirtschaftminister Pinkwart unterstützt RWE
  • Kohleförderung im Hambacher Forst sei notwendig
  • Streit in der Kohlekommission

Die geplante weitere Rodung des Hambacher Forsts erhitzt die Gemüter: NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat die Rodung am Donnerstag (23.08.2018) im WDR verteidigt und sich hinter den Betreiber RWE gestellt. RWE hatte angekündigt, ab Oktober rund 100 Hektar Wald für den Braunkohleabbau abzuholzen.

NRW will bis 2045 Braunkohle abbauen. Die in der Kommission der Bundesregierung zum Kohleausstieg vertretenen Umweltorganisationen BUND, Deutscher Naturschutzring und Greenpeace, fordern einen Rodungsstopp im Hambacher Forst. "Kommt es zu Rodungen, wäre das für uns ein zentraler Konfliktfall, der unsere Mitarbeit in der Kohlekommission infrage stellen würde", sagte Dirk Jansen vom BUND-Landesverband in NRW.

Entscheidung bereits 2016 gefallen

Andreas Pinkwart

Andreas Pinkwart

"Wir können in der Zwischenzeit die Energieversorgung unseres Landes nicht aufs Spiel setzen", sagte Pinkwart nun im WDR. Die endgültige Entscheidung für die Nutzung des Forstgeländes für den Braunkohletagebau sei bereits unter der rot-grünen Vorgängerregierung im Jahr 2016 gefallen. An der Lage habe sich nichts geändert.

Grüne: NRW muss schneller aussteigen

Die NRW-Grünen widersprachen Pinkwart. Angesichts der Entwicklung beim Klimawandel habe sich die Lage durchaus geändert, sagt Fraktionsvorsitzende Monika Düker. NRW müsse schneller aus der Braunkohle aussteigen als geplant. Düker forderte die Landesregierung auf, auf Rodungen im Hambacher Forst zu verzichten, bis die Kohlekommission über die Zukunft der Braunkohle entschieden habe.

Stand: 23.08.2018, 16:24