Pinkwart: Kohleausstieg 2030 "geht nicht"

Andreas Pinkwart

Pinkwart: Kohleausstieg 2030 "geht nicht"

  • Ausbau der Erneuerbaren Energien "riesige Aufgabe"
  • Söder: Ausstieg bis 2030
  • Pinkwart: Nicht möglich

Ist ein Kohleausstieg 2038 zu spät? Das ist zumindest die Befürchtung von Demonstranten, die am vergangenen Wochenende für den Klimaschutz protestierten.

CSU-Chef Markus Söder machte kürzlich den Vorstoß, dass ein Kohleausstieg 2030 zu schaffen sei. NRW-Wirtschaftsmininster Andreas Pinkwart (FDP) sah das im WDR-Interview am Dienstag (25.06.2019) anders.

Kohleausstieg 2030: "Es geht nicht"

WDR 5 Morgenecho - Interview 25.06.2019 07:53 Min. Verfügbar bis 23.06.2020 WDR 5

Download

WDR: Sie sagen, der Ausstieg 2030 wird nicht hinhauen. 2035 sei das Höchste der Gefühle. Warum?

Andreas Pinkwart: Wir haben eine unabhängige Experten-Kommission zu der Frage arbeiten lassen, wie wir Klimaschutz-Ziele und Energieversorgungs-Sicherheit zusammenbringen können. Sie ist zum Ergebnis gekommen, dass man einen Ausstiegsplan bis spätestens 2038 erreichen kann. Man solle dann 2032 überprüfen, ob man nicht schon 2035 aussteigen könnte. Dieser Plan ist auf Basis von wissenschaftlichen Gutachten ausgearbeitet worden.

WDR: Wenn man mehr Kohle ausgeben würde, damit man aus der Kohle raus kommt - würden Sie dann sagen, es wäre machbar?

Pinkwart: Wenn das machbar wäre, dann hätte die Kommission sicherlich ein anderes Ergebnis feststellen können.

WDR: Na gut, die haben einen Kompromiss machen müssen.

Pinkwart: Ich sage Ihnen, es geht nicht. Sonst hätte man das schon feststellen können. Von Herrn Söder wird das - sehr populistisch, möchte ich fast sagen - eben nicht dargelegt: Sie müssen erreichen, dass die Erneuerbaren Energien in Deutschland erst einmal in einem Umfang aufgebaut werden, der es erlaubt, neben Kernenergie auch die Stein-und Braunkohle ersetzen zu können. Und von der ist die Hälfte der Energieversorgung in unserem Land abhängig. Gleichzeitig müssen die Speicher ausgebaut werden, die es erlauben, dass die sehr schwankungsanfällige Erneuerbare Energie immer dann verfügbar ist, wenn Bürger und Unternehmen sie brauchen. Das ist heute noch nicht der Fall. Wir haben hier noch eine riesige Aufgabe.

Die Fragen stellte Max von Malotki.

Stand: 25.06.2019, 09:16

Kommentare zum Thema

10 Kommentare

  • 10 Norbert Muckrasch 25.06.2019, 21:19 Uhr

    Man kann den Atomstrom aus Frankreich kaufen dann ist Deutschland sauber den Rest der Welt interessiert uns ja nicht, die lieben Klimaaktivisten. Deutschland hat schon den teuersten Strompreis und das liegt nicht an den Fossilen Brennstoffen. Die Firmen die Strom nicht mehr bezahlen können wandern aus ins Ausland armes Deutschland.

  • 9 Hokrei 25.06.2019, 21:10 Uhr

    Lassen wir doch alle Kohlekraftwerke Morgen abschalten. Der dann benötige Strom wird dann teuer von den Kohle- und Atomkraftwerke unserer Nachbarländer eingekauft. Den Mehrpreis legen wir dann auf die ganzen Ausstiegsredner um. Bezahlen die doch bestimmt gerne. Sie könnten den Stromverbrauch auch noch senken, wenn sie ihre Handys, Laptops ect abschaffen.

  • 8 Melaw 25.06.2019, 19:48 Uhr

    "Mehr Wind! Mehr Solar!" Es ist nicht so einfach. Wenn die Sonne knallt und der Föhn bläst ist es heute schon ZU VIEL... da nicht speicherbar. Dafür die meisten Stunden im Jahr ZU WENIG selbst wenn wir viel mehr davon installiert hätten. Der Atomausstieg war töricht - ohne Kohle bleiben Fabriken und Haushalte dunkel. Speicher der heutigen Generation würden Dutzende Milliarden kosten. Die sogenannten Energiewende-Experten haben kein bezahlbares Gesamtkonzept, nur Buzzwords, Teilllösungen. Die Physik lässt sich nicht austricksen! Wir müssen forschen, und bis dahin einen sinnvollen Strommix fahren. Atom, Wind, Sonne, dann klappt der Kohleausstieg.

  • 7 Horace 25.06.2019, 17:54 Uhr

    Man kann sich darüber ärgern, wie man will, aber ohne entsprechende Großspeicher sind Erneuerbare Energien auf ein Backup angewiesen.

  • 6 Kai Wagner 25.06.2019, 13:31 Uhr

    Herr Pinkwart spricht hier mal wieder als verlängerter Arm der Energiekonzerne und versteckt sich hinter den Ergebnissen der Kohle-Kommision. Er und Kollege Laschet wollen die erneuerbaren Energien so lange wie möglich verhindern. Soll wollen bundesweit die Abstandsflächen für Windkraftanlagen auf 1.500 Metern erhöhen. Das sie damit tausende zukunfträchtige Jobs gefährden ist ihnen total egal. Strom sollte künftig überwiegend dezentral produziert werden und nicht zentral über die teuere Offshore Windparks. Warum legt die NRW Landesregierung nicht ein Förderprogramm für mehr Photovoltaik auf den Dächern NRW´s auf. Die Bevölkerung möchte den Ausbau der eneuerbaren Energien, also liebe Landesregierung, handelt entsprechend!

  • 5 Nachtigall ick hör dir 25.06.2019, 13:21 Uhr

    Da sagt der Herr Minister: "Sie müssen erreichen, dass die Erneuerbaren Energien in Deutschland erst einmal in einem Umfang aufgebaut werden". Dabei hat die Landesregierung gerade erst ein Gesetz erlassen, das neue Windräder weitgehend unmöglich macht. So geht das natürlich nicht.

  • 4 Mr. Pink 25.06.2019, 12:46 Uhr

    Sehr differenzierte Aussage. Da kann man leider nichts machen. Tut mir leid. Ich habe ja nichts gegen das Klima, aber... Zum Glück gibt es keine Expertenmeinungen, die sich an Auftraggebern orientieren. Oder missverständlich schreiben. Oder falsche Grundannahmen stellen. Eine Expertenmeinung ist nun einmal immer und grundsätzlich unabhängig, neutral und unanfechtbar. Tut mir leid, ich hätte mir da auch ein anderes Ergebnis gewünscht... Da man mit dem Klima auch nicht reden kann, ist das halt Pech. Mal sehen, ob die nächste Landesregierung den Klimawandel auch so hinnehmbar erlebt.

  • 3 Norbert Sinofzik 25.06.2019, 12:10 Uhr

    Aber Ausstieg Schwarz-Gelb in 2022 durch Abwahl geht ...

    Antworten (1)
    • Ellie 25.06.2019, 17:05 Uhr

      Und die anderen machen es dann besser ? Kann man nur noch lachen

  • 2 werner 60 25.06.2019, 11:43 Uhr

    Wir haben etwa einmal pro Jahr eine Periode von einer Woche oder mehr, in der Wind und Sonne - auch der Wind auf der Nordsee - praktisch keinen Beitrag zur Stromerzeugung bringen. Wollen wir solch eine Periode klimaneutral überbrücken, brauchen wir entsprechende Speicher, die wir in keinster Weise haben und deren bezahlbare Realisierung ich nicht in absehbarer Zeit sehe. Bleibt der Ersatz von Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke, die etwa die Hälfte an CO2-Emissionen haben, dafür aber den Stromerzeugungspreis verdoppeln. Außerdem müssen sie noch gebaut werden. Ist das die Sache wert, wenn damit nur 0,2 % der weltweiten Emissionen eingespart werden ?

  • 1 Monika 25.06.2019, 11:39 Uhr

    Kurzum: Es wird sich kaum was ändern, eher noch vertrackter werden.