Pflegekräftemangel: Keine Trendwende in Sicht

Pflegekräftemangel: Keine Trendwende in Sicht

  • In NRW fehlen Tausende Pflegekräfte
  • Engpass in Krankenhäusern und Altenheimen hat sich verschärft
  • NRW-Gesundheitsminister hofft auf Reform der Pflegeausbildung

Nach aktuellem Stand fehlen in NRW-Krankenhäusern 5.800 Pfleger, in den NRW-Altenheimen sind es 4.300. Zum Vergleich: Bei der letzten landesweiten Erhebung 2015 war die Fachkräfte-Lücke noch mit 2.300 Vollzeitkräften beziffert worden.

44 potenzielle Bewerber auf 100 offene Stellen

Dabei konnte dank staatlicher Ausbildungs-Förderung wenigstens die Zahl der Altenpfleger im vergangenen Jahr um 24 Prozent gesteigert werden. Doch das reiche bei weitem nicht: Auf 100 offene Stellen in NRW-Altenheimen kommen zurzeit nur 44 potenzielle Bewerber.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht. "Der Bedarf für gut ausgebildete Pflegekräfte ist groß und er wird in den kommenden Jahren weiter wachsen", sagt Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Arbeitsagentur.

Die Ausbildungszahlen in der Pflege seien durch spezielle Qualifizierungs-Angebote der Bundesagentur für Arbeit in den vergangenen Jahren stark gesteigert worden. "Wir wünschen uns dasselbe Engagement für die anderen Gesundheits- und Krankenberufe", so die Chefin der NRW-Arbeitsagentur.

Gesundheitsminister: Ausbildungswege werden einfacher

Wie Schönefeld setzt auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) einige Hoffnung in die Reform der Pflegeausbildung, die im nächsten Jahr in Kraft tritt. Damit werden die Ausbildungswege für Alten- und Krankenpfleger einheitlicher und einfacher.

Außerdem müssten die Pflegeberufe insgesamt aufgewertet werden, sagt Laumann. Zum Beispiel durch mehr Mitsprache und Beteiligung der Pfleger im Gesundheitsbetrieb. Die geplante Einführung der Pflegekammern in NRW lege dafür einen wichtigen Grundstein.

Stand: 11.05.2019, 15:14