Klares Votum für eine Pflegekammer in NRW

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.

Klares Votum für eine Pflegekammer in NRW

Von Thomas Drescher

  • Umfrage unter 1.500 Pflegefachkräften
  • Große Mehrheit will eine eigene Pflegekammer
  • Gesundheitsminister gibt fünf Millionen zum Aufbau

Pflegefachkräfte in Nordrhein-Westfalen wollen sich in einer Pflegekammer organisieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.500 Pflegenden in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten.

79 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Pflegekammer aus. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellte die Studie am Mittwoch (09.01.2019) in Düsseldorf vor.

Der Gesundheitsminister will, dass die Pflegekammer zügig errichtet wird. Ein Gesetzentwurf solle noch vor der Sommerpause im Landtag eingebracht werden. "Ich möchte die Kammer zu einer starken Stimme für die Pflege machen", sagte Laumann.

Nach dem Vorbild der Ärztekammern soll die NRW-Pflegekammer wichtige Aufgaben erhalten:

  • Qualität der Pflege sichern
  • Standards für eine gute Berufsausübung festlegen und überwachen
  • Fort- und Weiterbildungsangebote entwickeln

Die Krankenhausgesellschaft NRW begrüßte das Ergebnis der Umfrage. Dies sei ein wichtiger Schritt, um der größten Berufsgruppe im Krankenhaus eine stärkere Stimme in der Gesundheitspolitik zu verleihen, sagte Präsident Jochen Brink.

Fünf Millionen Euro vom Land

Das Land will den Aufbau der Kammer mit fünf Millionen Euro unterstützen. Langfristig finanziert sich die Kammer, wie andere Kammern auch, aus Gebühren und Beiträgen ihrer Mitglieder.

In NRW gibt es knapp 197.000 Pflegefachkräfte: etwa 122.000 sind in der Gesundheits- und Krankenpflege tätig, knapp 75.000 in der Altenpflege. Pflegekammern gibt es schon in anderen Bundesländern.

Stand: 09.01.2019, 16:23