Verband fordert mehr Unterstüzung bei Demenz

Eine Frau zeigt einer Seniorin ein Buch mit Fotos. Die Szenespielt sich in einer häuslichen Umgebung ab.

Verband fordert mehr Unterstüzung bei Demenz

Von Uli Spinrath

  • Mehr Untersützung für pflegende Angehörige
  • Krisentelefon nach bayerischem Vorbild
  • Schon in Schulen über Demenz sprechen

Pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen sollten mehr Unterstützung bekommen. Das forderte der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften am Freitag (13.09.019) in Düsseldorf.

Die meisten Kranken werden zu Hause gepflegt

Zwischen 300.000 und 500.000 demenzkranke Menschen gibt es in Nordrhein-Westfalen. 70 Prozent von ihnen werden zu Hause gepflegt, Gründe dafür gibt es viele: zum Beispiel wollen Angehörige die kranken Menschen nicht ins Heim geben. Ohnehin gibt es zu wenig Plätze und die sind oft sehr teuer. Ambulante Pflegedienste sind auch schwer zu bekommen, weil es viel zu wenig Fachkräfte gibt, so der Verband.

Demenz - Leben im "Anderland" - Erich Schützendorf

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 03.09.2019 23:00 Min. Verfügbar bis 02.09.2020 WDR 5

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Deshalb müssten die pflegenden Angehörigen besser unterstützt werden. Es brauche dringend Anlaufstellen, an die sie sich mit Fragen rund um die Pflege wenden können, zum Beispiel, wie man eine Pflegestufe beantragt. Nötig sei auch ein Krisentelefon, das rund um die Uhr mit geschultem Personal besetzt ist. In Bayern gebe es das schon seit den 80er-Jahren, dauerhaft finanziert.

Pflegezeit ähnlich der Elternzeit

Sinnvoll seien auch finanzierte Pflegezeiten, ähnlich der Elternzeit. Viele Angehörige würden für die Pflege sogar ihren Job aufgeben. Außerdem fordert der Landesverband, schon in den Schulen über die Krankheit zu sprechen. Denn um sie bei Angehörigen zu erkennen und frühzeitig darauf reagieren zu können, müsse die Gesellschaft viel mehr über Demenz wissen.

Stand: 13.09.2019, 14:51