Ruhrtriennale: Kulturministerin kritisiert Intendantin

Ruhrtriennale: Kulturministerin kritisiert Intendantin

  • Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen kritisiert Ruhrtriennale-Intendantin
  • "Unglückliches Vorgehen" bei Einladung von umstrittener Band
  • Debatte über Israel-Boykott und Antisemitismus

Im Antisemitismus-Streit hat NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp ein "unglückliches Vorgehen" vorgeworfen. "Sie ist die Chefin des ganzen Unternehmens. Und sie verantwortet das auch", sagte die Ministerin am Freitag (17.08.2018) im "Westblick"-Interview auf WDR5 über Carp. Die Ministerin bekannte sich zur Kunstfreiheit - aber es gebe auch Grenzen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte seinen Besuch der Ruhrtriennale abgesagt. Der Ministerpräsident habe den "Umgang mit der Thematik Young Fathers" als "einfach inakzeptabel" empfunden, sagte die Kulturministerin dazu im WDR.

Ministerin hofft auf differenzierte Debatte

WDR 5 Westblick - Interview | 17.08.2018 | 09:31 Min.

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Kontroverse um Einladung

Carp hatte die schottische Band "Young Fathers" zur Ruhrtriennale eingeladen. Die Einladung, Ausladung und schlussendliche Wiedereinladung der schottischen Band war vielfach kritisiert worden. Die Band steht der als antisemitisch eingestuften Anti-Israel-Kampagne BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) nahe.

Anschließende Aussagen Carps im Kulturausschuss des NRW-Landtags, bei der sie ein Bekenntnis zum Existenzrecht Israels vermied, hatten zusätzlich bei Abgeordneten für Unmut gesorgt. Die FDP forderte Carps Ablösung.

Ruhrtriennale: "Befremdliche Haltungslosigkeit"

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur | 15.08.2018 | 03:30 Min.

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Podiumsdiskussion am Samstag in Bochum

Am Samstag (18.08.2018) veranstaltet die Ruhrtriennale in Bochum eine Podiumsdiskussion "Freedom of Speech/Freiheit der Künste", bei der auch über die Kontroverse debattiert werden soll. Teilnehmer sind Carp, Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen und Künstler der Ruhrtriennale. Moderator ist der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Stand: 17.08.2018, 18:05