CDU-Parteitag: 296 NRW-Delegierte wählen mit

Kein Wahlergebnis! Die drei Kandidaten Merz, Kremp-Karrenbauer und Spahn halten eine Nummer in der Hand, die die Reihenfolge bestimmt, in der sie vortragen dürfen

CDU-Parteitag: 296 NRW-Delegierte wählen mit

Von Thomas Drescher

  • CDU-Parteitag in Hamburg wählt Nachfolge von Angela Merkel
  • Größte Delegiertengruppe kommt aus NRW
  • Laschet will Parteivize bleiben

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben es getan, ebenso wie die CDU-Promis Wolfgang Schäuble oder Daniel Günther. Sie alle haben vor dem CDU-Parteitag in Hamburg erklärt, welchen der Kandidaten für den CDU-Vorsitz sie am frühen Freitagabend (07.12.18) wählen werden.

Armin Laschet, Ministerpräsident und Chef der NRW-CDU, wollte seinen 296 Delegierten dagegen keine Wahlempfehlung mit auf den Weg geben.

Zwei der Kandidaten sind aus NRW

Dass Laschet sich und seine Landespartei nicht festlegen wollte, ist nachvollziehbar. Kommen doch mit dem Sauerländer Friedrich Merz und dem Münsterländer Jens Spahn zwei der drei Kandidaten aus NRW. Es sind die beiden Kandidaten, die der CDU ein deutlich konservativeres und wirtschaftsliberal geprägtes Profil geben und sich von Merkels Kurs sehr deutlich unterscheiden wollen.

In den letzten Umfragen lag Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der Partei, vor Friedrich Merz; Jens Spahn war deutlich abgeschlagen.

Relative Umfragen

Allerdings lassen sich Umfragen in der Bevölkerung nicht ohne Weiteres auf das Wahlverhalten der Parteitags-Delegierten übertragen. Als CDU-Politiker haben sie einen anderen Blick auf den künftigen Chef – oder die Chefin. Dieser Blick muss nicht allein programmatischer Natur sein.

Was bedeutet das? 150 Delegierte haben ein Bundestagsmandat. Die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen, sollte die GroKo platzen, sowie das Risiko, ihr Mandat zu verlieren, werden nicht allen gefallen.

Etwa ein Drittel der Delegierten sind Frauen. Die Frauenunion hat sich zu Kramp-Karrenbauer bekannt, ebenso wie der Arbeitnehmerflügel der CDU. Die Konservativen und der mittelstandsgeprägte, mächtige Wirtschaftsflügel der Union unterstützen Friedrich Merz.

Wer ist der oder die Richtige, um die Milieus zurückzugewinnen, die die CDU jüngst an AfD und Grüne verloren hat? Auch darum wird es gehen. Das Rennen um den Parteivorsitz ist offen. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich.

Was geschieht mit den Verlierern?

Die Motive für das Wahlverhalten der Delegierten sind schwer zu überblicken. Am Freitagabend soll entschieden sein, wer Angela Merkel an der Parteispitze ablösen wird. Spannend wird anschließend, was mit den unterlegenen Kandidaten geschieht.

Armin Laschet hat kürzlich erklärt, die Wahlverlierer würden in der Partei weiter gebraucht. Allerdings hat er selbst seinen Anspruch auf den Vize-Vorsitz bekräftigt. Er werde seinen Posten nicht für einen der Verlierer räumen.

CDU-Parteivorsitz: nervenzerfetzender Wettkampf

WDR 2 | 05.12.2018 | 04:42 Min.

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Stand: 07.12.2018, 06:00