Die großen Parteien schrumpfen, die kleinen wachsen

Neue SPD-Parteibücher werden aus einem Karton geholt

Die großen Parteien schrumpfen, die kleinen wachsen

Von Christoph Ullrich

Die Mitgliederzahlen der Landtagsparteien entwickeln sich unterschiedlich. Die "Großen" verlieren, die "Kleinen" gewinnen dazu. Das hat eine WDR-Abfrage bei den Parteien ergeben.

Die Nummer 100.000 gilt schon seit Jahren als Gradmesser für CDU und SPD. Das ist die Zahl, aus der beide Landesverbände ihre Bedeutung auch innerhalb der jeweiligen Bundespartei ziehen. Doch zumindest die Sozialdemokraten bewegen sich schon seit einiger Zeit von dieser Zielmarke weg.

Zum Ende des Jahres 2021 zählt die SPD 95.000 Mitglieder. Ein Parteisprecher nennt diese Entwicklung eine "große Herausforderung", hat die Partei damit doch innerhalb von drei Jahren 15.000 Menschen verloren, die ein SPD-Parteibuch hatten.

Als Gründe nennt die Partei unter anderem die Altersstruktur, die SPD zählt viele ältere Mitglieder. Aber auch die Corona-Pandemie sei ein Problem, da die aktive Parteiarbeit im Moment stark eingeschränkt sei. Dennoch, so ein Parteisprecher, beobachte man ein Ende des Abwärtstrends.

CDU bleibt größte Landespartei

Deutlich über 100.000 Mitglieder zählt die Landes-CDU. Sie bleibt mit 117.167 Christdemokraten und -demokratinnen die größte Partei des Landes. Aber auch die CDU hat im Corona-Jahr Mitglieder verloren - um genau zu sagen waren es 3.761 binnen eines Jahres.

Erfreulich aus Sicht der Union entwickelt sich die Zahl der Frauen, die ein christdemokratisches Parteibuch haben. Bei den Eintritten sei der Anteil der Frauen bei etwas über 30 Prozent, "ein Wert über dem Durchschnitt aller weiblichen Mitglieder", so ein Parteisprecher. Aktuell sind 27,1 Prozent in der NRW-CDU Frauen. Bei der SPD - zum Vergleich - sind es 34 Prozent.

Zuwächse bei Grünen und FDP

Über Zuwächse freuen können sich dagegen Grüne und FDP. Dabei bauen die Grünen mehr und mehr ihre Position als drittstärkste Partei aus. 25.865 Mitglieder zählt die Partei aktuell in ihren Reihen. In 2021 schlossen sich 5.150 Menschen den Grünen an. Die FDP zählt laut eigener Aussage "knapp unter 20.000 Freidemokraten", das sei ein Netto-Zuwachs von 2.500 Leuten.

Große Unterscheide gibt es bei den beiden Parteien in der Verteilung von männlichen und weiblichen Mitgliedern. Bei der Frauenanteil der FDP liegt "etwas über 20 Prozent". Bei den Grünen dagegen sind 42,6 Prozent weiblich, als divers bezeichnen sich 0,1 Prozent, keine Angaben machten 0,48. Die Grünen sind die einzige Partei, die hierzu Daten geliefert hat.

AfD sortiert sich noch

Und die AfD? Die lag in den vergangenen Jahren immer knapp unter 6.000 Mitgliedern. Auf Anfrage schreibt eine Sprecherin, dass "die Mitgliedszahlen im Landesverband steigen und wir vor allem viele neue jüngere Mitglieder bekommen haben." Genaue Daten konnte sie aber aktuell noch nicht nennen.

Stand: 16.12.2021, 11:23