No Park - No Ride: Parkplätze für Pendler fehlen

No Park - No Ride: Parkplätze für Pendler fehlen

  • Park-and-Ride: zu wenige Parkplätze für Pendler
  • Westpol-Recherchen: Stellplätze in NRW-Großstädten rar
  • Düsseldorf setzt "eher auf den Ausbau des ÖPNV"

Das Auto kostenlos vor der Innenstadt abstellen und das letzte Stück mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Dieses "Park and Ride (P+R)"-Angebot für Pendler ist nicht neu - aber wäre angesichts von Dauerstaus und drohenden Fahrverboten in Großstädten heute nötiger denn je.

Doch P+R-Plätze wurden in den letzten Jahren kaum ausgebaut - und so müssten sich beispielsweise in Düsseldorf rund 100 Autofahrer einen Parkplatz teilen (200.000 Pendler, 1.800 P+R-Plätze).

Düsseldorf ist nicht die einzige Großstadt in Nordrhein-Westfalen, die nur wenige P+R-Stellplätze anbietet. Westpol-Recherchen zeigen: In Aachen stehen 66.000 Pendlern gerade einmal 358 kostenlose Plätze zur Verfügung. In Bonn sind es 935 Plätze für 90.000. Essens 100.000 Pendler können nur auf 968 P+R-Plätzen parken. In Köln sind es 3.100 Plätze für 220.000 Pendler.

Besser ganz auf ÖPNV setzen?

Ingo Pähler, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement in Düsseldorf, sagt: "Die Nutzung von Park and Ride ist natürlich im Sinne von Düsseldorf, aber besser wäre es noch, wenn die Leute erst gar nicht auf die Autobahn fahren, sondern da, wo es möglich ist, den öffentlichen Nahverkehr schon vor der Stadtgrenze nutzen, dass man erst gar keinen Autoverkehr entstehen lässt."

Ein großflächiger Ausbau von Park and Ride sei nicht vorgesehen. "Wir setzen eher auf den Ausbau des ÖPNV", sagt Pähler.

Schärfere Verkehrsregeln in Frankreich: Und bei uns?

WDR 2 | 11.01.2018 | 03:24 Min.

Download

Zielkonflikte erschweren Ausbau

Der Bürgermeister der Stadt Leichlingen, Frank Steffens, will "ganz dringend hier mehr Park-and-Ride-Parkplätze" schaffen. Das Problem sei aber die Flächenverfügbarkeit in der Nähe des Bahnhofs. "Wir haben Flächen erworben, werden da bald auch noch ein paar Plätze schaffen. Das reicht aber am Ende nicht aus, um den Bedarf zu decken, wie wir ihn haben." Erstens fehlten die Flächen und zweitens sei es viel zu schade, angrenzende grüne Wiesen für Parkplätze zu asphaltieren.

NRW ist Pendlerland. Doch im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit Millionen Pendlern werden im kommenden Jahr gerade mal 42 weitere Stellplätze gebaut. Laut Koalitionsvertrag will die schwarz-gelbe Landesregierung immerhin "Möglichkeiten prüfen, mehr Parkplätze für Mitfahrgemeinschaften an Autobahnauffahrten zu schaffen". Was zur Umsetzung dieses Versprechens bisher konkret passiert ist, konnte das NRW-Verkehrsministerium auf WDR-Anfrage nicht sagen.

Stand: 30.09.2018, 06:00