ORCA.nrw soll das Studium in NRW digitaler machen

Dozent hält Online-Vorlesung im leeren Hörsaal

ORCA.nrw soll das Studium in NRW digitaler machen

Von Christian Wolf

Mit einer neuen, landesweiten Online-Plattform sollen Studierende in NRW künftig besser digital vernetzt lernen können. 37 Hochschulen machen mit.

Durch den Distanzunterricht in der Corona-Pandemie sind die jahrelangen Versäumnisse in der Digitalisierung der Schulen für alle sichtbar geworden. Doch nicht nur Schüler und Lehrer haben unter den Fehlern gelitten. Auch an den Universitäten und Fachhochschulen gab es Schwierigkeiten.

Dabei gibt es längst moderne Möglichkeiten, die Studium und Lehre verbessern können. Geht es nach der NRW-Landesregierung, wurde am Dienstag ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht. Da ist nämlich die neue Online-Plattform "ORCA.nrw" (Open Resources Campus NRW) an den Start gegangen. Das Ziel: Studentinnen und Studenten sollen damit künftig digital vernetzter lernen können und einen unkomplizierten Zugriff auf die Arbeitsmittel bekommen.

Wie läuft es mit dem digitalen Studieren?

DailyQuarks – Dein täglicher Wissenspodcast 22.09.2020 19:18 Min. Verfügbar bis 22.09.2021 WDR Online


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Online-Kurse und digitale Lehrmaterialien

So werden zum Beispiel über 200 Online-Kurse zu verschiedenen Themen wie "Social Media & Tools" oder "Urbane Mobilität" angeboten. Zudem gibt es Tests zur Selbsteinschätzung sowie Tausende Videos und Audios von Vorlesungen oder Vorträgen.

Für Professoren und Dozenten werden Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt - oder sie können ihre eigenen Unterlagen hochladen, sodass andere Kollegen sie nutzen können.

Hochschulen an Konzeption beteiligt

Das Land stellt rund acht Millionen Euro für den Auf- und Ausbau des Portals bis zum Jahr 2023 bereit. In einer mehr als eineinhalb Jahre langen Vorarbeit hätten die Hochschulen Ideen erarbeitet, wie ein gemeinsames Landesportal aussehen könnte, hieß es beim Start am Dienstag. Eine Beta-Version war bereits im März 2021gestartet.

Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), nordrhein-westfälische Kulturministerin, auf einer Pressekonferenz.

Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen

Das Portal ist laut dem NRW-Wissenschaftsministerium das bundesweit größte dieser Art. "Es ist eines der zentralen Projekte der Digitalen Hochschule NRW und zeigt, dass die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gemeinsam die digitale Transformation gestalten", sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Dienstag. Es werde von 37 Hochschulen im Land gemeinsam betrieben. Damit komme man dem Ziel eines vernetzten Wissenschaftsstandorts "einen entscheidenden Schritt näher".

SPD vermisst eine Strategie

Die Opposition in NRW sieht das erwartungsgemäß anders. "Eine durchgehende Digitalisierungsstrategie vermissen wir bei dieser Landesregierung weiterhin", sagt Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Es handle sich um einen "späten Schritt in die Richtung der notwendigen Digitalisierung".

Stand: 14.09.2021, 14:00