Offene Ganztagsschule soll besser werden

Offene Ganztagssschule: Rechenunterricht in der 2. Klasse

Offene Ganztagsschule soll besser werden

Von Nina Magoley

  • Offener Ganztag in NRW-Schulen soll besser und flexibler werden
  • Schulministerin Gebauer (FDP) kündigt neue Regelung ab August an
  • Konzept zur Lösung der Probleme gibt es offenbar noch nicht

"Auf den Ganztag sollen sich Familien verlassen können." Zumindest die Richtung steht für die neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) fest. Ein Ziel dabei sei mehr Flexibilität. Kinder sollen nicht gezwungen sein, jeden Tag bis zu einer bestimmten Uhrzeit zu bleiben.

Profitieren würden Kinder, die regelmäßig zum Sport oder in den Musikunterricht gehen und dafür an manchen Tagen die OGS früher verlassen müssen. Sie sollen das tun können ohne das Risiko, dadurch den Platz in der OGS zu verlieren, sagte die Ministerin am Dienstag (19.12.2017) in Düsseldorf.

Flexible Teilnahme soll möglich sein

Ausnahmen von der Teilnahme könnten Sport- oder Musikunterricht, Therapien, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Familienfeiern sein. Die Eltern müssten die Termine aber nachweisen. Bislang ist bei einer Teilnahme an der OGS die Anwesenheit der Schüler in der Regel an fünf Tagen in der Woche meist bis 16 Uhr Pflicht.

Gleiche Qualität für alle

Ein zweites Anliegen von Gebauer ist die Sicherung der Qualität. Land und Kommunen finanzieren die OGS gemeinsam. Entscheidend aber ist die finanzielle Situation der zuständigen Kommune und die Höhe des Anteils, den sie beizusteuern in der Lage ist.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)

Muss viele Fragen klären: Schulministerin Yvonne Gebauer

Derzeit gebe es qualitative Unterschiede quer durchs Land. Verbindliche Mindeststandards seien nötig, sagt die Ministerin. Zuletzt hatte es deutliche Kritik an der Qualität der Offenen Ganztagsschulen gegeben.

Um Lösungen zu finden, habe sie Gespräche mit den Trägern des Offenen Ganztags begonnen, sagte Gebauer. Ergebnisse gebe es aber noch nicht. Im Januar sollen diese Gespräche fortgesetzt werden. Ab dem 1. August 2018 sollen verbesserte Kriterien rechtssicher in Kraft treten.

Skepsis bei Lehrerverbänden

Die Bildungsgewerkschaft GEW reagierte skeptisch: Die Ministerin habe "noch kein konkretes Konzept, wie der Offene Ganztag mit mehr Qualität in Bildung und Erziehung ausgestattet werden kann. Dabei kommt es genau darauf an", sagte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Sie warnte vor "Etikettenschwindel".

Die Lehrergewerkschaft VBE wies darauf hin, dass "Dumpinglöhne und unsichere Arbeitsverhältnisse" in der OGS dazu führten, "dass das Fachpersonal wegläuft". Gute Bildung dürfe nicht vom Wohnort abhängig sein.

Landeselternschaft: "Da war jedes Augenmaß verloren"

WDR 2 | 20.12.2017 | 02:53 Min.

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Im Haushaltsentwurf für 2018 sind zusätzliche 8.000 Ganztagsplätze eingeplant, zum 1. August sollen es dann insgesamt 315.600 in ganz NRW sein.

Stand: 19.12.2017, 13:56