Umweltministerium: Ölpellet-Verbrennung legal

Das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen.

Umweltministerium: Ölpellet-Verbrennung legal

Von Thomas Drescher

  • Umweltministerium legt Bericht über umstrittene Ölpellets vor
  • Verbrennung im Kraftwerk Scholven "entspricht geltendem Recht"
  • Entsorgung in einer alten Tongrube ist illegal

Das NRW-Umweltministerium hält die Verbrennung von giftigen Ölpellets im Kohlekraftwerk Gelsenkirchen-Scholven für rechtmäßig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Prüfbericht, den Umweltministerin Ursula Heinen Esser (CDU) am Dienstag (05.02.2019) in Düsseldorf vorgestellt hat.

Dem Bericht zufolge entspricht die Genehmigung zur Verbrennung der geltenden Rechtslage. Die unter anderem mit giftigen Schwermetallen belasteten Ölpellets entstehen bei der Raffinierung von Erdöl. Sie werden in Gelsenkirchen seit dem Jahr 1972 zusammen mit Steinkohle bei der Stromerzeugung verfeuert.

30.000 Tonnen illegaler Sondermüll

Wiesenlandschaft mit Deponie im Hintergrund

In der Deponie Mühlenberg lagern tausende Tonnen Ölpellets

Dass tausende Tonnen dieser Ölpellets in einer alten Tongrube bei Hünxe (Kreis Wesel) deponiert wurden, hält das Umweltministerium dagegen für illegal. Ein Abfall-Makler war deswegen im Oktober 2018 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Kleine, schwarze Ölpellets in einem Glas

Um solche Ölpellets geht es im Fall des Hünxer Skandals

Die Tongrube war lediglich als Deponie für sogenannten mineralischen Abfall zugelassen. Von 2010 bis 2013 wurden dort von einer Entsorgungsfirma 30.000 Tonnen Ölpellets abgeladen, die große Anteile an gefährlichen, krebserzeugenden Schwermetallen enthalten.

Neues Gutachten für Deponie

Das Umweltministerium will ein neues Gutachten in Auftrag geben, das überprüfen soll, welche Gefahren von den illegal deponierten Pellets ausgehen und ob die bisher angeordneten Sicherungsmaßnahmen ausreichen. Derzeit wird das Sickerwasser der Deponie und das Grundwasser regelmäßg kontrolliert.

Am Mittwoch (06.02.2019) befasst sich der Umweltausschuß des Landtags mit dem Skandal.

Schermbecker Müllskandal spitzt sich zu

Stand: 05.02.2019, 14:40