NRW will mehr Öko-Landbau - für lau

Niedersachsen: Ein Landwirt erntet Bio-Möhren auf einem Feld im Landkreis Hildesheim.

NRW will mehr Öko-Landbau - für lau

Von Christian Wolf

Die Landesregierung will den Öko-Landbau in Nordrhein-Westfalen ausweiten. Mehr Geld soll es dafür aber nicht geben.

Wer im Supermarkt nach Öko-Produkten sucht, findet mittlerweile ein großes Angebot. Die Zeiten, in denen der ökologische Landbau ein Nischendasein pflegte, sind vorbei. Doch die nordrhein-westfälische Landwirtschaft profitiert von dem Boom noch nicht so recht. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Immer mehr Ökolandbau in Deutschland

COSMO Daily Good News 13.07.2020 01:26 Min. Verfügbar bis 13.07.2021 COSMO


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20 Prozent bis 2030

Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser will den Öko-Landbau deutlich ausbauen. Bis 2030 sollen 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche dafür genutzt werden. Das kündigte die CDU-Ministerin am Dienstag in Düsseldorf an. Zum Vergleich: Im Moment liegt der Anteil noch bei sechs Prozent. Heinen-Esser räumte ein, dass es noch "ordentlichen Spielraum" nach oben gebe.

Um die Ziele zu erreichen, will NRW im kommenden Jahr sogenannte Öko-Modellregionen einrichten. Diese gibt es bereits in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen und sollen nun auch in NRW eingeführt werden. Die Idee dahinter ist, dass in einer solchen Region alles zum Thema Öko-Landbau gebündelt wird - für Landwirte, Vermarkter und Verbraucher.

Beratung statt mehr Geld

Die neue NRW-Ministerin für Umwelt  Ursula Heinen-Esser

Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser

In einem ersten Schritt will Heinen-Esser drei Modellregionen einrichten. Einzelne Kreise in NRW könnten sich dafür bewerben. Jede Region bekomme dann vom Land einen Berater finanziert, der sich vor Ort um die Koordinierung kümmere. Zu den Aufgaben werde zum Beispiel gehören, dass die zahlreichen Förderprogramme bestmöglich genutzt werden.

Zusätzliches Geld soll es aber nicht geben. "Wir haben genug Geld im Bereich Öko-Landwirtschaft zur Verfügung. Es geht darum, dass wir dieses Geld in die Fläche bringen", sagte Heinen-Esser. Darum würden sich die Berater kümmern. Bevor es im kommenden Jahr mit den Modellregionen los gehen soll, müssen diese aber noch von der EU zertifiziert werden.

Stand: 22.09.2020, 16:51