Plan der Landesregierung: Schönere Schweineställe, teureres Fleisch

Symbolbild: Ferkel saugen an der Muttersau.

Plan der Landesregierung: Schönere Schweineställe, teureres Fleisch

Von Nina Magoley

  • Landwirtschaftsministerium plant "Stall der Zukunft"
  • "Tierwohl" in Schweineställen soll sich verbessern
  • Höhere Fleischpreise für Verbraucher

Eine offene Verbindung zum Himmel, Grünanlagen und ein "Wühlgarten": Der Schweinestall der Zukunft verspricht rosigere Zeiten für die Masttierhaltung. Zwei Quadratmeter Platz pro Tier - doppelt so viel wie bisher üblich - beheizte Liegebetten und separate "Abkotbereiche" sind geplant. Mitte 2020 soll der erste Prototyp am Standort Haus Düsse bei Bad Sassendorf fertig sein. Die Pläne inklusive Anschauungsmodell stellte Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, am Mittwoch (29.01.2020) vor.

Datenbank Infos aus Mastbetrieben

Parallel zu den modernisierten Ställen soll eine Tiergesundheitsdatenbank vorhandene Daten aus amtlichen Kontrollen, Schlachtbefunden und Arzneimittelanwendung bündeln. Beispielsweise, um auf ausbrechende Seuchen schneller reagieren zu können.

Der Landwirtschaft, nicht nur in NRW, stehe "ein gravierender Umwälzprozess" bevor, sagte Bottermann. Ziel sei, in den rund 7.000 Schweinemastbetrieben NRWs nachhaltigere Bedingungen zu schaffen, die einerseits mehr Tierwohl und Umweltschutz, andererseits Verlässlichkeit für die Landwirte sichern sollen. Auch soll die angeschlagenen Akzeptanz für die Masttierhaltung beim Verbraucher "wiederhergestellt" werden.

Preis für besseres Fleisch wird steigen

Modell eines Schweinestalls der Zukunft

So soll er aussehen, der Schweinestall der Zukunft

Letzteres ist auch nötig, denn die Kosten für den Schweinestall der Zukunft sollen am Ende die Verbraucher tragen. Ziel des Landwirtschaftsministeriums sei, dass sich 70 Prozent der derzeit 7.000 Schweinemastbetriebe an dem Modernisierungsprogramm beteiligen. Der Knackpunkt: Es ist vollkommen freiwillig.

Für die Finanzierung stünden 15 Millionen Euro pro Jahr über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm zur Verfügung. Es bliebe aber eine Finanzierungslücke von 350 Millionen Euro pro Jahr, wenn etwa 4.500 Mastbetriebe an der Modernisierung teilnähmen. Das bedeute, dass der Endpreis für das Fleisch von solchen Höfen, das dann an einem Tierwohlkennzeichen zu erkennen sein wird, um rund 40 Cent pro Kilo steige.

Dazu sei aber ein gesellschaftlicher Wandel nötig, denn, so heißt es in einer Broschüre des Ministeriums: "Der Wunsch des Verbrauchers nach mehr Tierwohl spiegelt sich derzeit nicht ausreichend im Konsumverhalten wider."

Massentierhaltung und Landespolitik - ein Trauerspiel?!

WDR RheinBlick 20.09.2019 26:14 Min. Verfügbar bis 20.09.2020 WDR Online

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Stand: 29.01.2020, 15:19