Land hofft auf Berliner Millionen für Batterieforschung

Ein weißes e.Go Modell im Vordergrund auf einer Montageplatte. Dahinter stehen weitere Modelle.

Land hofft auf Berliner Millionen für Batterieforschung

Von Nina Magoley

  • Markt der Zukunft: Elektroautos
  • Notwendige Batteriezellen bisher größtenteils aus China
  • Produktion könnte künftig auch in NRW starten

Wenn morgen (09.05.2019) in Aachen die ersten vier Exemplare des kleinen Elektroautos E.Go feierlich ihren Käufern übergeben werden, wird NRW-Ministerpräsident einer von ihnen sein. Die Steckdose zum Aufladen des Viersitzers in seiner Garage sei bereits präpariert, erklärte Armin Laschet (CDU) am Mittwoch (08.05.2019) vor Journalisten in Düsseldorf mit sichtlicher Vorfreude.

Doch eigentlich wollte Laschet im Beisein seiner Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) und seine Wirtschaftsministers Andreas Pinkwart (FDP) nicht primär über seinen Neuerwerb sprechen.

Isabel Pfeiffer-Poensgen ( l-r), Ministerin für Kultur und Wissenschaft von NRW, Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW, und Andreas Pinkwart (FDP), Witrschaftminister NRW

Elektroland NRW: Pfeiffer-Poensgen, Laschet und Pinkwart

Es ging um den Stand der Dinge in Sachen Elektromobilität in NRW. Mit "Leuchtturmprojekten" wie dem E.Go und dem Lieferwagen Streetscooter – beide von Forschern der RWTH Aachen entwickelt – sei NRW schon auf gutem Weg, so Laschet.

Mit MEET in Münster in den Wettbewerb

Grund genug, sich am Wettbewerb "Forschungsfertigung Batteriezelle" zu beteiligen, den die Bundesregierung ausgeschrieben hat. 400 Millionen Euro Fördergelder winken dem Gewinner. NRW werde das international renommierte Batterieforschungsinstitut MEET in Münster vorschlagen, sagte Ministerin Pfeiffer-Poensgen.

Klarer Bewerbungsvorteil sei, dass in NRW praktisch die gesamte Produktionskette für Elektromobile vorhanden ist: Von der hochkarätigen Forschung, die neben Münster auch in Aachen und Jülich stattfindet, sei "jeder dritte" Zuliefererbetrieb für Elektromobilität in NRW beheimatet, erklärte Pinkwart.

Abgabefrist beim Bund ist Ende Mai, der Gewinner soll noch vor der Sommerpause bekannt gegeben werden.

E-Autos für NRW - wie nah ist die Zukunft?

WDR RheinBlick 09.05.2019 27:55 Min. Verfügbar bis 09.05.2020 WDR Online

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Batteriezellen aus NRW, statt aus China

Neben der sicherlich wichtigen Forschung an Batteriezellen könnte NRW aber auch den ersehnten Sprung nach vorne machen, wenn es gelänge, eine Fabrik für Batteriezellen ins Land zu holen. Bisher kommen die weltweit benötigten Zellen weitgehend aus China.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte vor wenigen Tagen die Planung einer deutsch-französischen Produktion von Batteriezellen angekündigt. Vorgesehen seien aber noch weitere Standorte für die Zellproduktion, sagte Laschet. Zuvor hatte die EU zugelassen, dass die Batteriezellenfertigung in Europa mit bis zu 1,2 Milliarden Euro öffentlichen Geldern gefördert werden dürfe.

Ostdeutsche Bundesländer hätten sich beworben, aber auch NRW habe Altmaier zwei heimische Konsortien vorgeschlagen, berichtete Laschet. Welche das sind, muss offenbar bisher geheim bleiben. Für eines habe auch der Bundeswirtschaftsminister "sehr viel Sympathien", verriet Pinkwart zumindest. Als Standort habe man Euskirchen "im Blick".

Stand: 08.05.2019, 15:56