NRW-Trend: Schwarz-Gelb hätte derzeit keine Mehrheit

NRW, Trend, September

NRW-Trend: Schwarz-Gelb hätte derzeit keine Mehrheit

Von Martin Teigeler

Der NRW-Trend im September: Die CDU verliert drei Prozentpunkte, bleibt aber klar stärkste Kraft. Grüne und SPD legen etwas zu. Die Zufriedenheit mit einer Ministerin geht deutlich zurück.

Im aktuellen NRW-Trend von infratest dimap gibt es Verschiebungen bei der landespolitischen Stimmung. Die CDU bleibt mit 34 Prozent klar stärkste Kraft, verliert aber im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Juni drei Punkte. Die FDP kommt unverändert auf 7 Prozent. Damit hätte die schwarz-gelbe Landesregierung erneut keine Mehrheit, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre. Im Parlament in Düsseldorf hat die CDU/FDP-Koalition seit der Landtagswahl 2017 eine knappe Ein-Stimmen-Mehrheit.

Leichtes Plus bei Grünen und SPD

Die Grünen erreichen 22 Prozent (plus 2) und liegen knapp vor der SPD, die bei 21 Prozent (+1) liegt. Die weiteren Ergebnisse: AfD weiter bei 7 Prozent. Die Linke nach wie vor bei 4 Prozent - sie wäre damit erneut nicht im Landtag. Alle anderen Parteien zusammengenommen landen bei 5 Prozent. Für die Umfrage wurden zwischen 24. und 29. August 1.002 Personen in ganz NRW interviewt.

NRW-Trend im September: Sonntagsfrage und Zufriedenheitswerte

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Sonntagsfrage: In der landespolitischen Stimmung im September bleibt die CDU trotz Verlusten vorn mit 34 Prozent. Die Grünen liegen bei 22 Prozent und damit knapp vor der SPD, die 21 Prozent erreicht. FDP und AfD folgen unverändert auf den Plätzen mit je 7 Prozent. Die Linke liegt bei 4 Prozent und somit unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Sonntagsfrage: In der landespolitischen Stimmung im September bleibt die CDU trotz Verlusten vorn mit 34 Prozent. Die Grünen liegen bei 22 Prozent und damit knapp vor der SPD, die 21 Prozent erreicht. FDP und AfD folgen unverändert auf den Plätzen mit je 7 Prozent. Die Linke liegt bei 4 Prozent und somit unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Zufriedenheit: Die Zufriedenheit mit der Arbeit der schwarz-gelben Landesregierung ist im Vergleich zur letzten Umfrage im Juni gesunken. Sie liegt jetzt bei 56 Prozent. 42 Prozent sind unzufrieden.

Ministerpräsident: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) überzeugt hingegen wieder mehr Bürger - rund die Hälfte der Wahlberechtigten (52 Prozent); 41 Prozent üben dagegen Kritik an seiner Regierungsführung.

Kabinett: 48 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) einverstanden. Bei Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Familienminister Joachim Stamp (FDP) sind es nur 24 beziehungsweise 20 Prozent. 39 Prozent sind mit der Arbeit der Schulministerin unzufrieden.

Corona: Die Zustimmung zu den Corona-Maßnahmen fällt hoch aus. Eine Absage von Karnevalsfeiern im Herbst und im Frühjahr unterstützen 87 Prozent der Bürger in Nordrhein-Westfalen. 77 Prozent finden, dass Reise-Rückkehrer Corona-Tests selbst zahlen sollen. Jeweils 71 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Gästezahl bei privaten Feiern stärker beschränkt und Weihnachtsmärkte 2020 ausfallen sollen.

Rückläufige Zufriedenheit

Nachdem die schwarz-gelbe Landesregierung in der ersten Phase der Corona-Pandemie einen Rekordwert für NRW verzeichnen konnte, ist die Zufriedenheit mit dem Düsseldorfer Kabinett seither rückläufig. Weiterhin äußert sich aber eine knappe Mehrheit (56 Prozent, minus sechs im Vergleich zu Juni) positiv über das Regierungshandeln, vier von zehn (42 Prozent) üben Kritik.

Die Anhänger der Regierungsparteien CDU (83 Prozent) und FDP (71 Prozent) sind zu weiten Teilen zufrieden mit der Kabinettsarbeit - wobei immerhin 29 Prozent der FDP-Anhänger nicht zufrieden mit der Landesregierung sind.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) überzeugt rund die Hälfte der Wahlberechtigten (52 Prozent), 41 Prozent üben dagegen Kritik an seiner Regierungsführung. Der Ministerpräsident kann damit sein Ansehen im Vergleich zu Juni verbessern (plus 6 Punkte).

Schwache Noten für Schulministerin

Yvonne Gebauer

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) steht wegen ihres Vorgehens in der Corona-Pandemie seit Monaten in der Kritik. Nur noch 24 Prozent der Befragten (minus neun) sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Unzufrieden sind 39 Prozent. Mit Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp sind 20 Prozent zufrieden, 19 unzufrieden. Auffällig beim FDP-Landeschef ist, dass viele Befragte ihn nicht kennen oder keine Meinung zu ihm haben.

Sehr große Mehrheit für Karnevals-Absage

Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu halten, sind aktuell verschiedene Maßnahmen im Gespräch, die alle auf großen Rückhalt in der Bevölkerung stoßen. Eine Absage von Karnevalsfeiern im Herbst und im Frühjahr unterstützen fast neun von zehn Bürger (87 Prozent) in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung hat bisher noch keine Entscheidung zum Thema Karneval getroffen.

Auch eine Begrenzung der Gästezahlen bei privaten Feiern und ein Aussetzen von Weihnachtsmärkten (jeweils 71 Prozent) geht nach mehrheitlicher Ansicht in die richtige Richtung. Dabei fällt die Zustimmung zu diesen Maßnahmen unter Frauen noch etwas höher als unter Männer aus. Drei Viertel der Wahlberechtigten (77 Prozent) sprechen sich ferner dafür aus, Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten von den Reisenden selbst bezahlen zu lassen.

Während die Berliner Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern Schlagzeilen machen, ist also die große Mehrheit der NRW-Bürgerinnen und Bürger einverstanden mit Einschränkungen wegen der Pandemie. Aber: Wie sich auch beim NRW-Städtetrend zeigt, gibt es auch eine beachtliche Gruppe von bis zu 25 Prozent der Wahlberechtigen, die die staatliche Corona-Strategie skeptisch betrachten.

Stand: 02.09.2020, 16:00

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