NRW-Trend: SPD auch in NRW stärkste Kraft

Grafik zum NRW-Trend vom 24.10.2021

NRW-Trend: SPD auch in NRW stärkste Kraft

Von Henrik Hübschen und Marc Steinhäuser

Im aktuellen NRW-Trend ist die SPD nach der Bundestagswahl nun auch in NRW die stärkste Kraft. Die Bilanz für Noch-Ministerpräsident Armin Laschet fällt durchwachsen aus.

Nach ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl hat die SPD auch in Nordrhein-Westfalen stark an Zustimmung gewonnen und wäre aktuell stärkste politische Kraft. Gut ein halbes Jahr vor der Landtagswahl verzeichnet die CDU nach ihrem historisch schlechten Abschneiden im Bund aktuell auch in NRW deutliche Verluste, obwohl die Zufriedenheit mit der Arbeit der schwarz-gelben Landesregierung im Vergleich zur letzten Umfrage im April zugenommen hat. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag von Westpol vom 18. bis 21. Oktober 2021 erhoben hat.

Knappe Regierungsmehrheit für Rot-Grün möglich

Wenn an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU auf 22 Prozent und verliert im Vergleich zum vorherigen NRW-Trend vom April sechs Punkte. Sie läge damit klar hinter der SPD, die auf 31 Prozent käme - ihr bester Wert seit der Landtagswahl 2017. Während sich die Sozialdemokraten innerhalb eines halben Jahres um 13 Punkte verbessern, büßen die Grünen neun Prozentpunkt ein und könnten derzeit mit noch 17 Prozent rechnen.

Die FDP würde leicht verbessert zum Frühjahr 13 Prozent (plus 2) erzielen. Die AfD läge mit sieben Prozent (minus 1) ähnlich wie im April, die Linke unverändert bei drei Prozent. Während die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung damit aktuell keine Mehrheit hätte, würde es für SPD und Grüne erstmals seit 2014 im NRW-Trend wieder knapp zu einer rot-grünen Regierungsmehrheit reichen.

NRW-Trend im Oktober

Grafik zum NRW-Trend vom 24.10.2021

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt würde, käme die CDU auf 22 Prozent. Sie läge damit klar hinter der SPD, die auf 31 Prozent käme. Die Grünen könnten mit 17 Prozent rechnen, die FDP würde 13 Prozent erzielen. Die AfD käme auf sieben Prozent, die Linke würde mit drei Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt würde, käme die CDU auf 22 Prozent. Sie läge damit klar hinter der SPD, die auf 31 Prozent käme. Die Grünen könnten mit 17 Prozent rechnen, die FDP würde 13 Prozent erzielen. Die AfD käme auf sieben Prozent, die Linke würde mit drei Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.

Die Amtszeit von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wird von 51 Prozent der Befragten negativ bewertet, 42 Prozent ziehen eine positive Bilanz. Besonders kritisch sind die jüngeren Bürgerinnen und Bürger: nur 36 Prozent zwischen 18 und 39 Jahren bewertet seine Amtszeit positiv.

Die Landesregierung insgesamt wird mehrheitlich kritisch bewertet. 42 Prozent der Befragten äußern sich aktuell zufrieden zur Regierungsarbeit, 54 Prozent übt Kritik.

50 Prozent der Nordrhein-Westfalen sprechen sich für einen politischen Wechsel zugunsten der Sozialdemokraten aus, nur 32 Prozent der Befragten wünscht sich die Fortsetzung einer CDU-geführten Landesregierung in NRW.

Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würden aber 31 Prozent CDU-Politiker Hendrik Wüst vorziehen, 25 Prozent SPD-Mann Thomas Kutschaty. Allerdings können oder wollen sich 44 Prozent derzeit auf keinen der beiden Bewerber festlegen.

Hendrik Wüst ist der Mehrzahl der Nordrhein-Westfalen noch unbekannt. 24 Prozent derjenigen, die ihn bewerten können, sind mit seiner Arbeit zufrieden. Die Arbeit von CDU-Innenminister Herbert Reul bewerten 43 Prozent positiv, den gleichen Zustimmungswert erreicht Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Die FDP-Minister im Landeskabinett sind weniger populär. 17 Prozent sind mit der Arbeit von Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp zufrieden. Schulministerin Yvonne Gebauer kommt auf 18 Prozent, Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart auf 25 Prozent.

Mit Sorgen schauen die Nordrhein-Westfalen auf die Preissteigerungen der vergangenen Wochen und Monate. 70 Prozent der Befragten machen sich deswegen große Sorgen, 29 Prozent treiben die anziehenden Preise derzeit weniger oder gar nicht um.

Nur die Anhänger der Grünen machen sich mehrheitlich keine großen Sorgen wegen der Preissteigerungen.

Die wirtschaftliche Lage bereitet den Nordrhein-Westfalen weniger Kummer. Die Hälfte der Befragten bewertet die Situation der Wirtschaft in NRW als sehr gut oder gut.

Amtszeit von Armin Laschet wird mehrheitlich negativ bewertet

Armin Laschet will am Montag seinen Rücktritt als Ministerpräsident erklären und am Dienstag sein Bundestagsmandat in Berlin annehmen. Seine gut vierjährige Amtszeit wird von jedem zweiten Nordrhein-Westfalen (51 Prozent) negativ bewertet, vier von zehn Befragten (42 Prozent) ziehen eine positive Bilanz. Besonders kritisch sind die jüngeren Bürgerinnen und Bürger: nur rund jeder Dritte (36 Prozent) zwischen 18 und 39 Jahren bewertet die Amtszeit von Armin Laschet positiv.

Ein deutlich positives Fazit ziehen kurz vor dem Rückzug des Ministerpräsidenten aus der Landespolitik die Anhänger der CDU (80 zu 17 Prozent). Selbst unter den Anhängern des Koalitionspartners FDP sind knapp die Hälfte (46 Prozent) der Meinung, Laschet war kein guter Ministerpräsident.

Innenminister Reul beliebter als Laschet-Nachfolger Wüst

Die Landesregierung insgesamt konnte ihr Ansehen im Vergleich zum April zwar deutlich verbessern, wird aber mehrheitlich weiter kritisch bewertet. Gut vier von zehn Wahlberechtigten (42 Prozent, +9) äußern sich aktuell zufrieden zur Regierungsarbeit, gut die Hälfte (54 Prozent, -10) übt Kritik. Während sich die CDU-Anhänger mehrheitlich positiv äußern (71 zu 26 Prozent), überwiegt sogar in den Reihen des Koalitionspartners FDP die Ablehnung (42 zu 54 Prozent).

Hendrik Wüst im Portrait.

Hendrik Wüst soll neuer Ministerpräsident werden

Laschets Nachfolger als CDU-Landesvorsitzender und designierter Ministerpräsident ist der derzeitige Verkehrsminister Hendrik Wüst. Der 46-Jährige CDU-Politiker ist der Mehrzahl der Nordrhein-Westfalen noch unbekannt. Diejenigen, die ihn bewerten können, urteilen zu seiner Person eher positiv (24 zu 20 Prozent). Deutlich bekannter und beliebter sind Wüsts Kabinettskollegen Herbert Reul und Karl-Josef Laumann. Die Arbeit von CDU-Innenminister Herbert Reul bewerten 43 Prozent positiv, den gleichen Zustimmungswert erreicht Arbeits- und Gesundheitsminister Laumann.

Die FDP-Minister im Landeskabinett sind weniger populär. Zu FDP-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (25 zu 27 Prozent) halten sich aktuell Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage, ebenso zu Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp (17 zu 19 Prozent). Der stellvertretende Ministerpräsident und FDP-Landesvorsitzende ist selbst jedem zweiten FDP-Anhänger nach vier Regierungsjahren unbekannt. Schulministerin Yvonne Gebauer ist zwar bekannter, zieht aber deutlich mehr Kritik auf sich. 41 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit unzufrieden, nur 18 Prozent zufrieden.

Stand: 24.10.2021, 10:00

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