In der Sonntagsfrage kommen CDU und SPD auf 28 Prozent

NRW-Trend: CDU zieht mit SPD gleich - Wüst vor Kutschaty

Stand: 30.01.2022, 10:00 Uhr

Im NRW-Trend von Ende Januar kann sich die CDU deutlich verbessern. Ministerpräsident Wüst liegt derzeit klar vor Herausforderer Kutschaty. Schwarz-Gelb hätte aber keine Mehrheit.

Zu Beginn des Wahljahres liefern sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Wählergunst. Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in Nordrhein-Westfalen gewählt würde, kämen beide Parteien auf 28 Prozent. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag von Westpol erhoben hat.

Im Vergleich zum letzten NRW-Trend kurz nach der Bundestagswahl kann sich die CDU damit deutlich verbessern (+6 Prozentpunkte) während die SPD an Zustimmung verliert (-3). Deutlich dahinter landen als drittstärkste Kraft die Grünen mit unverändert 17 Prozent. Die FDP als aktuell kleiner Koalitionspartner bleibt mit 10 Prozent zweistellig, büßt aber seit Oktober 3 Prozentpunkte ein. Die AfD kommt leicht verbessert auf 8 Prozent (+1). Die Linke wäre mit unverändert 3 Prozent nicht im Landtag vertreten.

Schwarz-Gelb ohne Mehrheit

Das aktuelle Regierungsbündnis aus CDU und FDP hätte damit keine Mehrheit. Für Schwarz-Grün oder Rot-Grün reicht es knapp ebenfalls nicht. Neben einer Koalition aus CDU und SPD wären auch Dreierbündnisse wie "Jamaika"- (CDU, Grüne, FDP) oder Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) möglich.

Das Urteil über die Arbeit der aktuellen Regierungskoalition fällt etwas besser aus als im Oktober. 45 Prozent der Befragten sind zufrieden (+3), jeder zweite Befragte ist unzufrieden (50 Prozent, -4).

Die Ergebnisse im Detail:

Ministerpräsident Wüst klar vor Herausforderer Kutschaty

Wüst liegt mit 43 Prozent deutlich vor Herausforderer Kutschaty mit 21 Prozent

Bei der Direktwahlfrage liegt Wüst deutlich vor Herausforderer Kutschaty

In der Direktwahlfrage kann CDU-Spitzenkandidat Hendrik Wüst seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Ende Oktober deutlich zulegen. Wenn die Wahlberechtigten den Regierungschef von Nordrhein-Westfalen direkt wählen könnten, würden sich aktuell 43 Prozent für Hendrik Wüst entscheiden (+12). Damit setzt sich Amtsinhaber Wüst klar von seinem SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty ab, der auf 21 Prozent zurückfällt (-4). Bemerkenswert: Selbst bei den SPD-Anhängern landet Wüst mit 39 Prozent knapp vor Kutschaty (38 Prozent). Insgesamt mehr als jeder dritte Befragte (36 Prozent, -8) entscheidet sich aktuell für keinen der beiden Kandidaten.

43 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit Wüsts politischer Arbeit

43 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit Wüsts politischer Arbeit

Wüst kann als Nachfolger von Armin Laschet zunehmend auch mit seiner Arbeit im Kabinett überzeugen. 43 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit seiner politischen Arbeit. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als vor Wüsts Wechsel aus dem Amt des Verkehrsministers an die Regierungsspitze. 32 Prozent sind unzufrieden.

Im Vergleich zu anderen Ministerpräsidenten ist Wüst damit zwar wenig populär, liegt aber im eigenen Bundesland deutlich vor der Konkurrenz. Mit der Arbeit von SPD-Spitzenkandidat Kutschaty sind nur 21 Prozent zufrieden, 25 Prozent sind unzufrieden. FDP-Chef Joachim Stamp kommt auf 19, die Grüne Spitzenkandidatin Mona Neubaur auf 14 und AfD-Fraktionschef Markus Wagner auf 11.

Mit einer Bekanntheit von 75 Prozent liegt Hendrik Wüst weit vorn

Mit einer Bekanntheit von 75 Prozent liegt Hendrik Wüst weit vorn

Wüst profitiert dabei auch von der mit Abstand größten Bekanntheit bei den Wahlberechtigten. Drei von vier Nordrhein-Westfalen (75 Prozent) trauen sich ein Urteil über die Arbeit des neuen Regierungschefs zu. Bei Thomas Kutschaty ist das nur knapp jeder Zweite (46 Prozent). Joachim Stamp (38 Prozent), Mona Neubaur (33 Prozent) und Markus Wagner (23 Prozent) haben in der Gesamtbevölkerung und in den eigenen Reihen noch stärker mit mangelnder Bekanntheit zu kämpfen.

Wichtigste Probleme in Nordrhein-Westfalen

Wichtigste Probleme in NRW: Corona mit 35 Prozent klar an erster Stelle

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Auf die vorgabenfreie Frage nach den zwei wichtigsten Problemen in Nordrhein-Westfalen landet die Corona-Pandemie aktuell klar an erster Stelle. Für 35 Prozent der Wahlberechtigten gehört der Umgang mit Corona oben auf die Problem-Agenda. Für jeweils jeden Fünften sind die Bildungspolitik (22 Prozent) und der Zustand der Verkehrsinfrastruktur (20 Prozent) die größten landespolitischen Herausforderungen. Umweltschutz und Klimawandel werden von jedem Sechsten (17 Prozent) benannt.

Energiepolitik wird von 10 Prozent als eines der zwei wichtigsten Probleme bewertet

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Auch die Energiepolitik erreicht einen sichtbaren Stellenwert und wird von 10 Prozent als eines der zwei wichtigsten Probleme bewertet Armut und soziale Ungerechtigkeit (8 Prozent), Einwanderung und Integration (8 Prozent) und der Themenkomplex Wohnen und Mieten (7 Prozent) spielen im Vergleich dazu eine eher untergeordnete Rolle.

Corona-Maßnahmen: Mehrheit gegen Lockerungen

Corona: Nur ein gutes Drittel hält Erleichterungen jetzt für angemessen

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Angesichts von Rekordständen bei den Neuinfektionen hält nur ein gutes Drittel der Wahlberechtigten (36 Prozent) Erleichterungen für das öffentliche Leben zum jetzigen Zeitpunkt bereits für angemessen, sechs von zehn (61 Prozent) dagegen nicht. Lediglich die Anhänger von AfD (86 zu 14 Prozent) und FDP (62 zu 37) sprechen sich mehrheitlich für Lockerungen aus.

Corona: Anhänger von CDU sind mit großer Merhheit gegen Lockerungen

Lockerungen angemessen? Anhänger von CDU und FDP sehen das unterschiedlich

Die Anhänger von CDU (30 zu 68), SPD (25 zu 73) und Grünen (21 zu 75) sind mit großer Mehrheit dagegen.

Windenergie: Mehrheit gegen geringeren Mindestabstand

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Die Ampel-Koalition im Bund will den Ausbau der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren massiv vorantreiben. In Nordrhein-Westfalen wird das Potential durch Regelungen zum Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern beschränkt. Die Mehrheit findet den vorgegebenen Abstand von 1.000 Metern allerdings richtig. Einen grundsätzlich geringeren Abstand befürworten nur 39 Prozent der Wahlberechtigten, eine Mehrheit von 57 Prozent spricht sich dagegen aus. Mehrheitlich für geringere Mindestabstände sind allein die Anhänger der Grünen (66 zu 31 Prozent).

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Am größten ist die Ablehnung erwartungsgemäß in ländlichen Gegenden (35 zu 62 Prozent) und kleineren Städten (34 zu 61 Prozent). Aber auch in den Metropolen lehnt jeder zweite (50 Prozent) geringere Abstände ab.

Über den NRW-Trend berichtete der WDR u.a. in der Sendung Westpol am 30.01.2022.

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