Gemischte Gefühle in NRW-Politik nach Thüringen-Wahl

Montage: Gebäude des Landtages in Düsseldorf, der direkt neben dem Rheinturm.  Thüringen Wappen des Landes im Thüringer Landtag.

Gemischte Gefühle in NRW-Politik nach Thüringen-Wahl

Von Nina Magoley

  • Thüringer Landtagswahl lässt auch Parteien in NRW erzittern
  • Weiterer Warnschuss für die etablierten Parteien
  • Nur AfD ist zufrieden

Es geht offenbar immer noch schlechter: Bei der bereits arg gebeutelten NRW-SPD schaut man mit Schrecken auf das mickrige Wahlergebnis von 8,2 Prozent in Thüringen.

Neben der endlosen Personaldebatte um die neue Parteiführung habe der SPD vor allem eins geschadet, sagte deren NRW-Fraktionschef Thomas Kutschaty am Montag (28.10.2019) im WDR: Das zuletzt sehr enge Rennen darum, wer stärkste Partei in Thüringen wird - die Linke oder die AfD. "Wenn es eine solche Polarisierung gibt, ist es schwierig für kleinere Koalitionspartner, noch in Erscheinung zu treten."

Stichwahl: Kommt einer der nächsten SPD-Chefs aus NRW?

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.10.2019 05:25 Min. Verfügbar bis 27.10.2020 WDR 5

Download

Grüne unzufrieden

Dieses Schicksal teilten in Thüringen auch die andernorts gerade erfolgsverwöhnten Grünen. Deren ernüchterndes Wahlergebnis von nur 5,2 Prozent sei "nicht zufriedenstellend", erklärten am Montag die beiden Grünen NRW-Vorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak.

Alle demokratischen Parteien seien jetzt aufgerufen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. "Wer verhindern will, dass der Faschist Björn Höcke und seine rechtsradikale Partei künftig etwas zu sagen haben, darf sich jetzt nicht vor der Verantwortung drücken." 

CDU: Kein Kommentar

Bei der CDU in NRW hielt man sich zunächst bedeckt. Ministerpräsident Armin Laschet wollte sich auf Medienanfragen am Montag nicht zum miserablen Wahlergebnis seiner Partei von 21,8 Prozent äußern. 11,7 Prozent der Wähler hat die CDU in Thüringen verloren.

Eine der wenigen Reaktionen kam noch am Sonntag vom früheren CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz: Die CDU könne dieses Wahlergebnis "nicht mehr ignorieren oder einfach aussitzen", twitterte der Sauerländer. Wenn es zwischen CDU, SPD, FDP und den Grünen "keine wahrnehmbaren Unterschiede mehr gibt, weichen die Wähler aus – nach links und nach rechts".

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Hoffnung für die FDP

Für die FDP in NRW ist der Wahlausgang in Thüringen durchaus ein Hoffnungsschimmer: Man freue sich, dass es den Parteikollegen gelungen ist, nach zehn Jahren wieder in ein ostdeutsches Parlament einzuziehen, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende in NRW, Christof Rasche. Den Rechtspopulisten müsse man nun "gutes Regierungshandeln" entgegensetzen. In NRW arbeite die Koalition aus CDU und FDP "täglich" daran.

AfD: "Schlag ins Gesicht"

Richtig zufrieden mit dem Ergebnis in Thüringen ist in NRW nur die AfD-Landtagsfraktion: Die Verdoppelung der Wählerstimmen sei "ein Schlag ins Gesicht all derer, die die AfD als eine Rechtsaußen-Partei versuchen zu stigmatisieren", befand der NRW-Fraktionsvorsitzende Markus Wagner. Ein solches Ergebnis erreiche man "nur mit einem massiven Zuspruch aus dem bürgerlichen Lager".

Stand: 28.10.2019, 15:02