Die Bilder des Jahres: NRW Pressefotos 2021 ausgezeichnet

Bei einem von der Flutkatastrophe zertörten Haus fehlt die komplette Front

Die Bilder des Jahres: NRW Pressefotos 2021 ausgezeichnet

Der Wettbewerb des Landtags NRW-Pressefoto des Jahres hat die Gewinner gekürt. Eine Ausstellung mit den ausgezeichneten Fotos und weiteren Bildern wurde im Landtag eröffnet.

Flutkatastrophe, Corona-Pandemie und die Bundestagswahl mit all ihren Folgen - das sind die dominierenden Themen des diesjährigen Fotowettbewerbs "NRW Pressefoto 2021". Der Landtag hatte ihn ausgeschrieben und am Montag die Gewinner ausgezeichnet. Zugleich wurde eine Ausstellung mit einer Auswahl der Einreichungen im Landtag eröffnet.

NRW-Pressefoto 2021 - ausgezeichnete Bilder des Wettbewerbs

Das sind die Gewinner-Bilder sowie weitere Fotos, die in einer Ausstellung im Landtag zu sehen sind.

NRW-Pressefoto 2021 Gewinner

"Er-schöpft" - so nannte Benjamin Westhoff seine Aufnahme aus Bad Münstereifel, die im Bonner General-Anzeiger erschien. Die Jury wählte dieses Foto auf Platz 1 und begründet dies so: "Die Fotos, die in den Flutgebieten entstanden sind, erzählen Geschichten von Zerstörung, Verwüstung und Verzweiflung, aber zugleich auch von Mut, Hilfe und Hoffnung. Das Siegerfoto fasst viele dieser Emotionen in einer beeindruckenden Konzentration auf einen einzigen Protagonisten zusammen. Es zeigt Walther Jüliger wie er den Schlamm aus einem Keller in der Innenstadt von Bad Münstereifel schöpft."

"Er-schöpft" - so nannte Benjamin Westhoff seine Aufnahme aus Bad Münstereifel, die im Bonner General-Anzeiger erschien. Die Jury wählte dieses Foto auf Platz 1 und begründet dies so: "Die Fotos, die in den Flutgebieten entstanden sind, erzählen Geschichten von Zerstörung, Verwüstung und Verzweiflung, aber zugleich auch von Mut, Hilfe und Hoffnung. Das Siegerfoto fasst viele dieser Emotionen in einer beeindruckenden Konzentration auf einen einzigen Protagonisten zusammen. Es zeigt Walther Jüliger wie er den Schlamm aus einem Keller in der Innenstadt von Bad Münstereifel schöpft."

"Bekanntgabe Nobelpreis" - das ist der Titel des zweitplatzierten Sascha Schürmann. Er fotografierte in Mülheim an der Ruhr für Getty Images Benjamin List. Kurz nachdem er erfahren hatte, dass er den Chemie-Nobelpreis erhält, schaut er zu seinen Mitarbeitern auf. Die Jury meint zu dem Bild: "Die Perspektive macht das Bild. Der Preisträger, gefeiert und umjubelt, vor seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Foto öffnet den Blick des Betrachters, die Szenerie ist elegant eingefangen." Die Komposition sei dynamisch und harmonisch. "Auch wenn Einzelne im Vordergrund stehen: Spitzenforschung macht man nicht allein im stillen Kämmerlein. Sie braucht ein Team."

"Hendrik Wüst" - so der schlichte Titel dieses Fotos von Bernd Thissen, der in Bielefeld für die Deutsche Presseagentur den neuen NRW-CDU-Parteivorsitzenden kurz nach seiner Wahl zeigt. Die Jury überzeugte "die Struktur des Bildes mit der Dankes- und Demutsgeste des Neugewählten in der Mitte, umrahmt von den Parteimitgliedern und dem Rundbogen der Hallendecke." Kurze Zeit später wurde Hendrik Wüst vom Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt. "Er ist damit einer der Köpfe des Jahres in unserem Bundesland."

Der Nachwuchspreis wurde in diesem Jahr vom Publikum bestimmt. Es entschied sich für "Zahnarztbesuch in Corona-Zeiten" von Leon Kügeler, der die Szene für Reuters in Oberhausen einfing. Die Jury meint dazu: "Die Schutzausrüstung bei dem fotografierten Zahnarztbesuch erinnert eher an einen Katastrophenfilm als an eine Arztpraxis. Aber vielleicht konnten wir alle uns vor Beginn der Pandemie nicht vorstellen, dass FFP2- und OP-Masken einmal selbstverständliche Kleidungsstücke in der Öffentlichkeit werden. Die Jury ist der Meinung, dass der Fotograf damit ein aktuelles gesellschaftliches Thema treffend umgesetzt hat."

Soweit die prämierten Fotos. Der Landtag zeigt aber weitere Aufnahmen in einer Ausstellung, die das Nachrichtenjahr in besonderer Weise einfangen. Zu den zentralen Ereignissen gehören die Flutkatastrophe Mitte Juli, die beispielsweise in diesem Bild von David Klammer festgehalten ist.

Socrates Tassos zeigt uns die ungeheure Zerstörungskraft der Fluten ...

... und die bizarre Schönheit von Licht und Spiegelungen inmitten des Elends: Wie hier im Museum Kupferhammer in Essen überschwemmt.

Thilo Schmülgen hielt fest, wie ein Bundeswehr-Soldat in Bad Münstereifel Wasser und Schlamm nach draußen befördert.

Armin Laschet steht im Regen - diese Szene, festgehalten von Christoph Hardt, bekam für viele etwas Symbolhaftes, denn sie wurde mitten im Bundestagswahlkampf aufgenommen, als viele den Eindruck hatten, der Kandidat wird von der Schwesterpartei im Regen stehen gelassen.

Und im Bild von Bernd Vennenbernd türmen sich hinter NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet die Trümmer der Flutkatastrophe auf.

Und manchmal kommen auch beide Themen - Flut und Wahlkampf - in einem Bild zusammen. Diese Momentaufnahme hat soviel Aufmerksamkeit erfahren, dass es für viele fast schon wahlentscheidend wurde: NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet feixte im Hintergrund, während Bundespräsident sich Steinmeier zur Flutkatastrophe äußerte.

Und wieder ein Pandemie-Jahr. Corona zwingt uns aus dem Alltagstrott und beschert und völlig neue Erlebnisse. Wie ein Konzert in Strandkörben, fotografiert von Ingo Otto. Für diese Situationen wurde ewohl der Begriff "corona-konform" erfunden.

Auch das eigene Auto wird gerne zur Corona-Sicherheitskapsel - hier für Karnevalisten in Monheim, die Ina Fassbender beim Feiern ablichtete.

Die Vogelperspektive von Hans Blossey schafft Distanz zu einem Problem, das Waldbauern nicht nur im Sauerland plagt: Borkenkäfer und Dürre, diese Mischung hat zu großen Verlusten von Wald in NRW geführt.

Aber NRW kann auch einfach nur schön sein. Marcel Kusch zeigt uns eine Schneelandschaft von oben. Die Ausstellung im Landtag ist bis zum 12. Januar 2022 zu sehen.

Ein Nachrichtenjahr im Bild

Der Präsident des Landtags, André Kuper, sagte: "Das NRW-Pressefoto 2021 macht die Bilder des Jahres wieder lebendig: die unfassbare Gewalt und Zerstörung der Unwetterkatastrophe; Menschen, die vor dem Nichts stehen; der Kampf gegen die Corona-Pandemie, der uns immer noch viel abverlangt; die Bilder der Bundestagswahl." Diese Momente, Geschichten und Emotionen lieferten die Pressefotografinnen und -fotografen. Sie seien überall dort in Nordrhein-Westfalen, wo Nachrichten entstehen.

Preisgelder in Höhe von 19.000 Euro

Zum vierten Mal hatte der NRW-Landtag den Wettbewerb NRW Pressefoto des Jahres ausgeschrieben. 79 Fotografinnen und Fotografen reichten insgesamt 349 Bilder ein. Davon bewarben sich fünf Journalistinnen und Journalisten mit 21 Fotos um den Nachwuchspreis (bis 30 Jahre). Mit Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West wurden in diesem Jahr insgesamt Preisgelder in Höhe von 19.000 Euro vergeben. Alle Fotos sind zwischen November 2020 und Oktober 2021 entstanden.

Stand: 06.12.2021, 19:01