20.000 Smartphones für die NRW-Polizei

20.000 Smartphones für die NRW-Polizei

Von Rainer Striewski

  • NRW-Polizei wird flächendeckend mit Smartphones ausgestattet
  • Polizisten vor Ort sollen entlastet werden
  • Reul: "Am besten ausgestattete Polizei Deutschlands"

Ein Blick aufs Handy verrät: Erika Mustermann ist mitnichten die Durchschnittsbürgerin, für die sie immer gehalten wird - im Gegenteil: Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz oder auch Diebstahls ist sie zur Fahndung ausgeschrieben. Allerdings nicht bundesweit, sondern nur in einer Polizei-Übungshalle in einem Düsseldorfer Industriegebiet.

Personenkontrollen per Ausweis-Scan

Dorthin hatte das Innenministerium am Montag (09.09.2019) Pressevertreter geladen, um ihnen die Funktionen der neuen Polizei-Smartphones zu präsentieren. Mit diesen sollen künftig etwa Personenkontrollen per Ausweis-Scan noch einfacher und schneller erledigt werden können.

Insgesamt 20.000 Smartphones der Marke Apple iPhone 8 sollen bis zum Frühjahr 2020 an die Polizei in NRW ausgeliefert werden. "Jeder operativ tätige Polizist hat dann Zugang zu einem Smartphone", betonte Innenminister Herbert Reul (CDU) bei der Übergabe der ersten Charge in der Kulisse der Polizei-Übungshalle.

Start mit drei Programmen

Zunächst stehen den Beamten auf den Geräten drei Programme zur Verfügung:

  • Polizeimessenger, in dem unter anderem Bilder, Videos, Sprachnachrichten oder Standortdaten übermittelt werden können - ähnlich wie bei bekannten Apps auch als Gruppennachricht.
  • Auskunftsapp, die direkt auf den polizeilichen Datenbestand zugreift - und damit Ausweisdaten oder Kfz-Halterdaten in Echtzeit liefern kann.
  • Scanfunktion zum Scannen von Ausweisen, Führerscheinen oder Kfz-Kennzeichen (und automatischer Übertragung in die Auskunftsapp).

Außerdem werden auf den Geräten Apps für E-Mail oder die Warnapp NINA installiert.

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Reul sieht "gigantische Möglichkeiten"

Im weiteren Ausbau soll ab 2020 mit den Geräten auch eine eine vollständige Aufnahme leichter Verkehrsunfälle oder auch die Identifizierung von Personen durch ihren Fingerabdruck möglich gemacht werden. "Die Möglichkeiten für die Polizeiarbeit sind gigantisch", betonte Reul.

Sichere Datenübertragung

Innenminister Herbert Reul (CDU)

Innenminister Reul stellte die neuen Smartphones vor

Die Datenübertragung zwischen den Smartphones und den Servern im Vodafone-Netz ist nach Angaben der Polizei durchgängig verschlüsselt, die Speicherung der Daten findet ausschließlich auf speziell geschützten Servern der Polizei statt. "Tatsächlich sind wir nun die am besten ausgestattete Polizei in Deutschland", so Reul.

Kosten von 13 Millionen Euro pro Jahr

Im ersten Jahr investiert das Land zehn Millionen Euro in das Projekt. In den Folgejahren werden jeweils 13 Millionen Euro für Betrieb und Wartung der Systeme fällig.

Stand: 09.09.2019, 14:27