Daten aus Belize: NRW kauft wieder Steuerdaten

NRW-Steuerfahndung, Steuer-CD, Computer

Daten aus Belize: NRW kauft wieder Steuerdaten

  • Neue Datenträger aus Steueroase
  • Steuerfahndung Wuppertal wertet Daten aus
  • Erster Datenkauf der Regierung Laschet

Das Land Nordrhein-Westfalen hat erneut einen Datenträger mit Informationen über mögliche Steuerhinterziehung erworben. Der Datensatz stammt von einer Offshore-Firma in Belize, einer bekannten Steueroase in Zentralamerika.

Wie das NRW-Finanzministerium dem WDR bestätigte, wurde eine erste Auswertung der Datensätze von der Steuerfahndung Wuppertal vorgenommen.

Auch anderen betroffenen Ländern seien entsprechende Informationen zur Verfügung gestellt worden. Der "Spiegel" hatte zuerst über den Datenkauf berichtetet.

Lienenkämper macht den Walter-Borjans

Es ist der erste Datenankauf, seit Lutz Lienenkämper von der CDU das Amt des NRW-Finanzministers vor zweieinhalb Jahren übernommen hatte.

SPD und Grüne im Landtag äußerten mehrfach die Befürchtung, Lienenkämper würde die Praxis seines Vorgängers, Norbert Walter-Borjans von der SPD, nicht mehr fortführen und keine Steuerdaten mehr kaufen. Lienenkämper hatte allerdings immer betont, bei einem guten Angebot auch zugreifen zu wollen.

Der Aufkauf und die Auswertung von Steuerdaten brachte dem NRW-Fiskus bis 2017 rund 2,4 Milliarden Euro ein – vor allem durch dadurch ausgelöste freiwillige Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern, die Entdeckung befürchteten.

Stand: 29.11.2019, 16:08