Endgegner Bürokratie: NRW und die Games-Branche

Endgegner Bürokratie: NRW und die Games-Branche

Von Sabine Tenta

  • Anhörung im Kultur- und Medienausschuss
  • NRW erhöht Förderung für Computerspiel-Branche
  • Experten: Weniger Bürokratie, mehr Geld nötig

Es geht um einen Wachstums-Markt mit besten Aussichten: der Computerspiel-Sektor soll nach Branchen-Auskunft bis zum Jahr 2021 weltweit um 30 Prozent wachsen. Da möchte NRW gerne ganz vorne mit dabei sein.

International geben die USA, Japan und Kanada den Ton an – nicht zuletzt dank massiver Wirtschaftsförderung. Auch NRW ist bereit, der Games-Branche finanziell unter die Arme zu greifen: Die Fördermittel für das Jahr 2019 wurden auf drei Millionen Euro verdoppelt.

Anhörung im Landtag

Was brauchen die Industrie und ihre Entwickler darüber hinaus? Antworten bekam der Fachausschuss für Kultur und Medien in einer Experten-Anhörung im Landtag am Donnerstag (07.02.2019). Die Stellungnahmen der geladenen Vertreter der Branche hat der Landtag vorab veröffentlicht.

NRW auf gutem Weg

Wenig überraschend begrüßen alle Experten das Ziel, NRW zum Games-Standort Nummer eins zu machen. Das Land sei auf einem guten Weg: Vor allem die Gamescom in Köln als weltweit größte Computer- und Videospiele-Messe ziehe die Branche an.

Ebenfalls gelobt wurden die bestehenden Games-Zentren in Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet. Doch weitere müssten hinzukommen. Und die einschlägigen Studiengänge müssten mehr Plätze anbieten, damit der wichtige Entwickler-Nachwuchs in NRW ausgebildet werde.

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Bürokratie-Abbau gefordert

Die Branche brauche die Unterstützung der öffentlichen Hand schnell und unkompliziert - so die einhellige Meinung der Experten. Zu hoch und zu aufwendig seien bei der aktuellen Förderung die bürokratischen Hürden.

So würden zunächst nur 60 Prozent der Fördersumme ausgezahlt, die restlichen 40 erst nach Fertigstellung Abschlussprüfung, erklärt Thomas Friedmann, Geschäftsführer von Funatics Software GmbH. Er regt an, am Anfang bereits 80 Prozent auszuzahlen.

Auch Dieter Schoeller von der Headup GmbH meint: "In einer Branche, die sich alle 18 Monate neu erfindet, müssen die Richtlinien einfach und unkompliziert sein und die Auszahlung muss schnell erfolgen." Ohne öffentliche Unterstützung sei es schwer, in dem Markt Fuß zu fassen.

Games in der Schule

Weitere Maßnahmen könnten nach Meinung der Experten eine Stärkung des E-Sports und der Einsatz von Computerspielen im Schulunterricht sein.

Letzteres erfordere jedoch ein hohes Engagement und gute Vorbereitung durch die Lehrkräfte, da es bislang kaum didaktisches Begleitmaterial gebe.

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Stand: 07.02.2019, 16:31