500 Jahre Reformation - wer in Freiheit leben darf

Ein Plakat  in Lutherstadt Wittenberg: Ein Portrait Luthers, collagiert davor eine hand, die das Victory-Zeichen bildet und die Unterschrift "Ich kann nicht anders"

500 Jahre Reformation - wer in Freiheit leben darf

  • Festgottesdienst in Soest mit Laschet
  • Ministerpräsident würdigt Reformation
  • Gala "Luther - teuflich gut" in Bonn

Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag (31.10.2017) im Zeichen des Gedenkens an die Reformation vor 500 Jahren gestanden - ausnahmsweise ist in diesem Jahr auch der Reformationstag ein bundesweiter Feiertag.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum begannen am Vormittag mit einem Festgottesdienst der evangelischen Landeskirchen in Soest, an dem auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) teilnahm.

Kurschus ruft zur Toleranz und Mitmenschlichkeit auf

Zentraler Reformationsgottesdienst in Soest

"Christliche Freiheit ist ein Geschenk", sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen in ihrer Predigt in der Soester Wiesenkirche und rief anlässlich des Reformationstages zur Toleranz und Mitmenschlichkeit auf. Dabei stellte sie das Thema Freiheit in den Mittelpunkt. Kurschus warnte vor Stimmen, die vorgeben wollten, wer in Freiheit leben dürfe und wer nicht.

Laschet würdigt 500. Jahrestag

Als "ganz besonderes Jubiläum" würdigte Ministerpräsident Laschet den 500. Jahrestag der Reformation. "Zum wichtigen Erbe der Reformatoren gehört für mich die Übersetzung der Bibel ins Deutsche und die Einführung der deutschen Sprache in die Liturgie".

Die deutsche Bibelübersetzung und Liturgiesprache hätten dazu beigetragen, allen Menschen unabhängig von ihrer Bildung einen unmittelbaren Zugang zum Glauben zu ermöglichen, sagte der Ministerpräsident. Er las aus dem Matthäus-Evangelium.

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Gemeinsames Erinnern

Er begrüße es sehr, dass die Evangelische Kirche in Deutschland das 500. Reformationsjubiläum als Christusfest begehe und ein gemeinsames Erinnern mit der katholischen Kirche ermögliche, erklärte Laschet.

5.000 Besucher bei Gala in Bonn

Am Abend folgte in Bonn die "Große Reformationsgala" der evangelischen Kirchen, nach Veranstalterangaben mit 5.000 Besuchern die bundesweit größte Reformationsfeier. Auf dem Programm der Gala unter dem Motto "Luther - teuflich gut" standen Musik, Comedy und Talk - quasi als Gegenprogramm zu den feierlichen Gottesdiensten am Vormittag.

700 Mitwirkende waren dabei, darunter das Beethoven Orchester Bonn sowie der Diakon und Büttenredner im Kölner Karneval, Willibert Pauels. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kabarettist Eckart von Hirschhausen und WDR-Moderatorin Sabine Scholt.

Stand: 31.10.2017, 19:14