Starker Zuwachs an ausländischen Studierenden

Starker Zuwachs an ausländischen Studierenden

Von Christoph Ullrich

  • Starker Zuwachs bei Studierenden aus Nicht-EU-Ländern
  • Die meisten kommen aus der Türkei und China
  • Landesregierung will Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer
  • Ministerium hat bisher gezögert, die Gebühren einzuführen

Seit 2008 können die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Zuwachs an Studierenden aus Nicht-EU-Ländern verzeichnen. Das geht aus einer aktuellen Vorlage des Wissenschaftsministeriums hervor.

Über die vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl von rund 40.400 auf rund 68.300 - das wäre jeder elfte Studierende in NRW. Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei, China und Indien.

Schwarz-Gelb will Studiengebühren für Ausländer

Die Zahlen sind für die Landesregierung interessant - CDU und FDP hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, rund 3.000 Euro pro Jahr für das Studium zu verlangen, wenn man aus einem Land jenseits der EU zum Studium nach NRW kommt.

Durch diesen Schritt hatte sich die Landesregierung Mehreinnahmen von 100 Millionen Euro jährlich versprochen. Die jetzt vorliegenden Zahlen würden sogar - ohne jede Stipendien- und Härtefallregelungen - eine theoretische Einnahme von über 200 Millionen Euro möglich machen.

Experten warnen vor der Campus-Maut

In Baden-Württemberg gibt es dieses Modell bereits. Dort haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt, dass es einen negativen Effekt auf die Zahl ausländischer Studierender gibt. Im südwestlichen Bundesland ist Nachfrage aus Nicht-EU-Ländern zum Start der Gebühren um fast 20 Prozent gesunken.

Unter anderem hatten auch deshalb Experten deutlich vor den Gebühren gewarnt. In einer Landtagsanhörung empfahlen nahezu alle Verbände und Hochschulorganisationen, auf einen Beitrag für das Studium zu verzichten. Der Wissenschaftsstandort NRW könne beim Werben um gute Studierende aus dem Ausland Probleme bekommen.

Stand: 03.04.2019, 12:20