Tüftler der NRW-Polizei entwickeln neue Kamera zur Spurensuche

Zwei Hände halten eine Infrarotkameras vor ein aufgehängtes schwarzes Shirt

Tüftler der NRW-Polizei entwickeln neue Kamera zur Spurensuche

Von Peter Hild

Alle Polizeibehörden in NRW sollen bis August mit neuen Infrarotkameras ausgestattet werden. Entwickelt wurden sie von drei Kriminaltechnikern der Polizei in Düsseldorf.

Die neuen Kameras sollen künftig helfen, Blut- und Schmauchspuren an Tatorten besser und schneller sichtbar zu machen. "Dabei sind die neuen Kameras einfacher und günstiger als alle bisherigen Alternativen auf dem Markt", lobte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Erfindergeist der Düsseldorfer Polizisten.

Andere Bundesländer hätten bereits Interesse an den neuen Kameras signalisiert, so Reul. Bis August sollen alle Fachstellen in den 47 Polizeibehörden in NRW mit den neuen Kameras ausgerüstet werden.

Kriminaltechniker unzufrieden mit bisheriger Technik

Die Idee, etwas Neues zu entwickeln, sei durch die Unzufriedenheit mit dem bisherigen Equipment entstanden, erzählte Kriminalhauptkommissar Andreas Nick, einer der Entwickler: "Wir hatten einige Tatort-Einsätze, bei denen die Geräte einfach sehr schwer oder unhandlich waren, und haben deshalb mit Tüftelarbeit und unserem Wissen in Physik und Kriminaltechnik etwas Neues gesucht."

Zwei Männer stehen vor einer bekleideten Puppe, einer hält mit einer Infrarotkamera vor das Oberteil

Innenminister Herbert Reul testet die neue Infrarotkamera

Der erste Prototyp wurde 2018 fertiggestellt und seitdem zusammen mit dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) bis zur Serienreife weiterentwickelt. Bis jetzt wurden rund 100 Geräte gebaut. Dafür sind laut LZPD nur frei verfügbare Bauteile genutzt worden, so dass eine langfristige Verfügbarkeit von möglichen Ersatzteilen gewährleistet sei.

Neue Kameras setzen landesweiten Standard

Bisher gab es in den Polizeibehörden nur eine ungleichmäßige Ausstattung mit Infrarotkameras, mit verschiedenen Modellen, die am Markt teilweise bis zu 35.000 Euro kosten, erklärte LZPD-Direktor Thomas Roosen.

Durch die neuen Kameras werde ein landesweit einheitlicher Standard gesetzt, der mit rund 1000 Euro pro Stück auch noch deutlich günstiger sei. Durch die leichtere Bedienbarkeit sollen wichtige Spuren am Tatort künftig schneller entdeckt und herausgefiltert werden können, um so im besten Fall die Ermittlungsarbeit insgesamt zu beschleunigen.

Stand: 11.06.2021, 14:58