Strommasten im Sonnenuntergang

Neue NRW-Gesellschaft soll sich um Energie und Klimaschutz kümmern

Stand: 17.01.2022, 16:25 Uhr

Mit der neuen Landesgesellschaft "NRW.Energy4Climate" will das Land einen zentralen Ansprechpartner schaffen. Jahrzehntelange Strukturen wurden dafür abgewickelt.

Von Christian Wolf

Im Vorfeld hatte es viel Wirbel um die Gründung einer neuen Landesgesellschaft für Klimaschutz und Energie gegeben. Denn dafür wurde die jahrzehntealte "Energieagentur.NRW" aufgelöst. Nun hat die "NRW.Energy4Climate", wie die neue Gesellschaft heißt, ihre Arbeit aufgenommen.

Zentraler Ansprechpartner

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte am Montag, dass durch die Neugründung der Landesgesellschaft die Bereiche Klimaschutz und Energiewende gebündelt würden. Kommunen und Unternehmen hätten nun einen zentralen Ansprechpartner.

"Mit NRW.Energy4Climate bekommen wir einen schlagkräftigen, flexiblen und nachhaltigen Akteur, der Stärken der Vorläufereinrichtungen gezielt nutzt und hart daran arbeiten wird, für die Transformation nötige private Investitionen und öffentliche Fördermittel zusätzlich nach Nordrhein-Westfalen zu holen." NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

Geschäftsführer Ulf Reichardt versprach, dass man nun "deutlich flexibler" sei. Bei der früheren "Energieagentur.NRW" habe es immer wieder Ausschreibungen und Ablaufdaten gegeben. Das falle nun weg und es könne direkt mit der Arbeit begonnen werden.

Das liegt am Konstrukt. Die "Energieagentur.NRW" war lediglich als externer Dienstleister für die Landesregierung beauftragt worden. Das musste regelmäßig erneuert werden. Die "NRW.Energy4Climate" ist als Landesgesellschaft nun direkt und dauerhaft der Regierung zugeordnet.

Aus für die "Energieagentur.NRW"

Die Auflösung der bereits 1990 gegründeten Energieagentur hatte für viel Unverständnis und Empörung gesorgt. Es war von "Zerschlagung" die Rede. Statt der bisherigen rund 160 Mitarbeiter soll die neue Gesellschaft mit bis zu 105 Personen auskommen. Laut Geschäftsführer Reichardt sind es bislang 54. Ein Drittel komme von der Energieagentur.

Die Opposition hatte Pinkwart im vergangenen Jahr vorgeworfen, mit der Energieagentur eine unbequeme Institution mit jahrzehntelanger Erfahrung und hohem Ansehen loswerden zu wollen. Auch am Gehalt für Geschäftsführer Reichardt hatte es Kritik gegeben. Pinkwart entgegnete damals, er brauche für die Energiewende eine "schlagkräftige Organisation" - und die habe er bislang nicht.

Am Montag zeigten sich die Grünen weiterhin skeptisch. "Die neue Gesellschaft wird in den nächsten Wochen und Monaten beweisen müssen, dass das Vorgehen der Landesregierung kein Fehler war und sie unmittelbar arbeitsfähig ist", sagte Fraktionsvize Wibke Brems. Die in über 30 Jahren etablierten Strukturen und Netzwerke seien aufgegeben worden und die neue Landesgesellschaft beginne mit einer "schweren Hypothek".

Gesellschaft soll Fördergelder einwerben

Die NRW.Energy4Climate soll bei der Umsetzung von Maßnahmen für Klimaschutz und Energiewende unterstützen und Fördergelder einwerben. Vier Bereiche stehen dabei im Fokus, die gemeinsam für mehr als 90 Prozent der Treibhausgasemissionen in NRW verantwortlich sind: Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude und Verkehr.