Land NRW will vielfältigen Islam fördern

Land NRW will vielfältigen Islam fördern

  • NRW mit neuem Projekt für muslimische Ehrenamtler
  • Integrationsminister Stamp ruft zum Engagement auf
  • Gedenken an Mord an Muslimin vor genau zehn Jahren

Die Landesregierung hat das Projekt "Muslimisches Engagement in NRW" gestartet. Bei einem Kongress in Düsseldorf rief NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am Montag (01.07.2019) zur Zusammenarbeit und zum Dialog auf.

Stamp begrüßte zur Auftaktveranstaltung Vertreter von etwa einhundert muslimisch geprägten Gruppen, darunter muslimische Sportvereine, Pfadfinder und auch einen Karnevalsverein.

Migrationspaket: "Es ist nicht wichtig, woher jemand kommt"

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.06.2019 07:39 Min. Verfügbar bis 27.06.2020 WDR 5

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Das Land schafft zugleich eine neue Koordinierungsstelle für Muslimisches. Sie steht laut Ministerium für die Neuausrichtung der Zusammenarbeit mit Musliminnen und Muslimen. Die inhaltliche Ausrichtung wurde bei dem Kongress in Düsseldorf debattiert.

Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Veranstaltungen stattfinden. Auch ein Expertengremium, das bei kontroversen Fragen zum Islam Antworten geben soll, ist geplant.

Keine Gemeinschaft sei "so divers wie die muslimische", sagte Aladin El-Mafaalani, Migrationsforscher und Leiter der Koordinierungsstelle. Mit dem neuen Projekt wolle man eine Plattform für Ehrenamtliche schaffen. In religiöse Fragen wolle das Land nicht eingreifen - auch richte man sich nicht gegen die großen Muslimverbände.

Migrationsforscher Aladin El-Mafaalani

Migrationsforscher Aladin El-Mafaalani

Ein Thema seien "Radikalisierungstendenzen" unter Muslimen und ebensolche Tendenzen gegen Muslime, sagte El-Mafaalani. Insgesamt wolle man eine Versachlichung der Diskussion über den Islam, so Stamp.

Gedenken an Mord vor zehn Jahren

Der Minister erinnerte daran, dass die Muslimin Marwa El-Sherbini am 1. Juli 2009 in einem Gerichtssaal in Dresden von einem Rassisten erstochen worden war. Dass der demokratische Staat El-Sherbini nicht habe schützen können, sei eine "Schande", so Stamp. Aktuell gebe es eine wachsende Zahl von Übergriffen gegen Muslime. Er sagte den Kampf des Landes NRW gegen antimuslimischen Rassismus zu.

Stand: 01.07.2019, 13:49