Müntefering warnt SPD vor "Bedeutungslosigkeit"

Müntefering warnt SPD vor "Bedeutungslosigkeit"

  • NRW-SPD-Urgestein Müntefering pro GroKo
  • Scheitern wäre eine Katastrophe
  • Partei würde in der Bedeutungslosigkeit verschwinden

Der frühere SPD-Bundes- und NRW-Landeschef Franz Müntefering sieht die Zukunft seiner Partei eng mit dem Zustandekommen einer großen Koalition verbunden. "Wenn wir das nicht beschließen, wäre das eine Katastrophe und würde uns in die Bedeutungslosigkeit zurückwerfen", sagte er dem WDR am Dienstagabend (13.02.2018).

Man müsse die nächsten zweieinhalb Wochen nutzen, um die Parteimitglieder zu überzeugen, für den Koalitionsvertrag zu stimmen.

"Mit dem Gezeter aufhören"

Unmittelbar nach dem sofortigen Rücktritt von Parteichef Martin Schulz appellierte Müntefering an die SPD-Mitglieder, mit dem "Gezeter" aufzuhören. Man habe "gut verhandelt" mit der Union, die SPD sei "noch stark und nicht am Ende".

"Auch mal selbst wieder loben"

Müntefering forderte die Genossen zu Einigkeit auf. Die Sozialdemokraten sollten sich "auch mal selbst wieder loben und nicht nur gegenseitig bekämpfen".

Müntefering favorisierte Andrea Nahles als neue Parteivorsitzende: "Ich finde es gut, wenn Andrea Nahles als Fraktionsvorsitzende auch die Parteispitze übernimmt. Das wird unsere Operationskraft stärken."

Ex-Ministerin Kampmann grundsätzlich für GroKo

Die frühere NRW-Familienministerin und jetzige SPD-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann sprach sich gegenüber dem WDR ebenfalls grundsätzlich für eine GroKo aus.

Sie erinnerte aber zugleich daran, dass die SPD in einer GroKo auch "immer weiter verloren" habe. Aus dem Verlust an Wählerstimmen resultiere auch die "kritische Stimmung vieler SPD-Mitglieder".

Christina Kampmann: Menschen erwarten eine stabile Regierung

01:37 Min.

Stand: 13.02.2018, 19:56