Noten für die digitale Schule nur mittelmäßig

Noten für die digitale Schule nur mittelmäßig

Von Doro Blome-Müller

  • Umfrage des WDR liefert Einblicke
  • Ausstattung weiterhin lückenhaft
  • Schulen wünschen sich mehr Unterstützung

Zur eigentlichen Aufgabe – der digitalen Bildung der Schüler – sind die Schulen noch gar nicht vorgestoßen. So in etwa könnte man die Eigendiagnose über den digitalen Zustand der Schulen zusammenfassen.

1.437 NRW-Schulen haben sich an der Umfrage beteiligt. Für ihre aktuelle Ausstattung vergaben sie im Durchschnitt die Note 3,9. Und sie kritisieren: Es gibt zu wenig Klarheit darüber, welche Möglichkeiten sie in Zukunft haben, um digitales Lernen zu gewährleisten.

Studie: NRW-Schüler hinken digital hinterher

WDR 5 Westblick - Interview 05.11.2019 05:14 Min. Verfügbar bis 04.11.2020 WDR 5

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Grundlagen müssen stimmen

Schüler mit Tablet im Klassenzimmer

Ihre Schule sei recht gut mit Hardware ausgestattet, sagt Susanne Schumacher, die Schulleiterin der Gesamtschule Jüchen. Allerdings seien ein stabiler und schneller Internetanschluss, ausreichend Tablets, ein Beamer in jeder Klasse und ein funktionierender kommunaler IT-Dienstleister nur eine Grundlage. Es mangele an guten Fortbildungen: "Häufig stellen wir im Kollegium fest, dass wir viel weiter sind als die, die uns fortbilden sollen."

Lehrer als Technik-Support

Im Vergleich betrachtet lebt die Jüchener Gesamtschule allerdings im digitalen Paradies. Die Grundschule Sonnenstraße in Düsseldorf hat zum Beispiel für rund 300 Schüler gerade einmal 30 Tablets. Die Hälfte davon wurde mit Hilfe von Spenden angeschafft.

Die Internetverbindung ist instabil, bis die Schule nach einem Absturz wieder ans Netz geht, dauert es meist. Der externe Dienstleister, der für den Support zuständig ist, muss einfach zu viele Schulen betreuen. Und weil es nicht nur an vielen Grundschulen im Land ähnlich aussieht, sind es faktisch oft die Lehrer, die sich um die Technik kümmern – obwohl sie das nicht sollten.

Lösungen finden

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, lässt sich von Kindern der Gemeinschaftsgrundschule Mommsenstraße in der mobilen Digitalwerkstatt die Steuerung eines Roboters mithilfe eines Tablets erklären.

"Das ist keine gute Idee", sagt Landes-Schulministerin Yvonne Gebauer im Interview mit dem WDR, "Lehrkräfte sind für den Unterricht da. Und da wir ja nun in Nordrhein-Westfalen einen nicht geringen Lehrkräftemangel haben, müssen alle Lehrkräfte tatsächlich auch unterrichten und dürfen nicht für den Support zuständig sein."

Es würden ja auch Schritte unternommen, den technischen Support zu finanzieren, betont die Ministerin. Wie der sich aber schließlich ausgestalte, als Zusammenschluss mehrerer Schulen, als kommunal gestaltete Aufgabe, das müssten letztendlich die Schulträger klären.

Klare Strukturen

Genau das wird in der Umfrage aber von vielen Schulen kritisiert: dass jede Schulverwaltung, jede Schule ihr eigenes digitales Süppchen kocht und deshalb die Zustände von Schule zu Schule so unterschiedlich seien. Das gilt nicht nur für den IT-Support. Bei der Verwaltung fehle es oft an Know-how: Unter anderem darüber, wie die Schulen an die just bewilligten Mittel aus dem Digitalpakt kommen sollen – und zwar nicht erst im Jahr 2021.

Stand: 11.11.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Beasty 11.11.2019, 21:30 Uhr

    Sorry . War natürlich der WDR Papiercomputer aber mit Streichhölzern. - Ein Spiel also : Welches Kind spielt nicht gerne ? Damit konnten ( WDR Computerclub etwa 1980 ) immerhin addiert ,multipliziert , radiziert oder trigometrische Funktionen nur durch richtiges Ablegen von Hölzern auf der Pappe "berechnet" oider mit den Fingern"Digituts" abgezählt oder logisch "wahr oder falsch" entschieden werden. --- Mehr braucht es nicht !!!! Das lege ich jedem Pädagogen ans Herz .Vielleicht wiederholt der WDR die uralten aber keinesfalls unmodernen Schulfernsehsendungen von 1970 über Digitaltechnik ?

    Antworten (1)
    • Beasty 11.11.2019, 21:44 Uhr

      Die mit dem Papiercomputer erworbenen Kenntnisse würde ich dann mit Scratch oder mit dem Arduino und ganz fortgeschritten mit em Raspi III erweitern. Die Kosten hierfür, betragen einen Bruchteil für die Neuanschaffung von Tablett s >200 € Arduino ab 4€ Raspi III etwa 35 € --- Diese Geräte bringen mindestens 10 mal mehr digitalen Lernerfolges bei gleichzeitiger Schadensminimierung falls di Geräte unsachgemäß eingesetzt wurden.

  • 1 Beasty 11.11.2019, 20:11 Uhr

    Mir tut es immer leid, wenn Kinder ihre Aufgaben nicht lösen können. Aber es hat mir schon schon am Anfang die Sprache verschlagen -- " Es seien nicht genügend Tablets vorhanden. " Bei Ebay habe ich vor 5 Minuten eine Festplatte privat für den Unterricht an einer Hochschule erstanden, weil sie noch Windows 98 tauglich war, und eine alte, fast nach 20 Jahren wohl bald ausfallen wird, weil sie rappelt und rasselt. Wichtige fast unersätzliche Laborgeräte sind mit dem Computer verbunden. Meine über 40 jährige Erfahrung in Digitaltechnik, Jean Pütz (WDR) brachte sie mir 1970 in meiner Lehre als Werkslehrer bei. Mehr Digitaltechnik lernen Sie mit dem WDR " Streichholzcomputer" als mit den Tablets. Ein Kinder und Jugend Psychiater ? meinte im DLF das die Lernkompetenzen das "Wischen seien. " nicht die Logik . und weiter etwas ironisch "Wischen kann jede Reinigungskraft"