Hendrik Wüst zum neuen NRW-Ministerpräsidenten gewählt

Hendrik Wüst zum neuen NRW-Ministerpräsidenten gewählt

Von Rainer Striewski

Der NRW-Landtag hat Hendrik Wüst (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten des Landes NRW gewählt. Wüst folgt auf Armin Laschet, der sich zuvor aus der Landespolitik verabschiedete.

Hendrik Wüst (CDU) ist neuer Ministerpräsident des Landes NRW. Der Landtag wählte ihn auf einer Sondersitzung am Mittwochmittag zum neuen Regierungschef. Für Wüst stimmten 103 Abgeordnete. 90 Abgeordnete stimmten gegen ihn, drei enthielten sich. Eine Stimme war ungültig.

Die Regierunsgfraktionen von CDU und FDP verfügen über 100 Stimmen im Landtag, Wüst erhielt also mindestens drei Stimmen aus der Opposition. Im Vorfeld war gemunkelt worden, dass die drei fraktionslosen Abgeordneten, die aus der AfD-Faktion ausgetreten waren, für Wüst stimmen könnten, etwa um Neuwahlen zu verhindern. Einer von ihnen fehlte jedoch entschuldigt, es muss also eine Stimme aus der AfD-Fraktion, der SPD oder den Grünen gekommen sein. "Für mich ist entscheidend, dass die 100 Stimmen der Koaliton gestanden haben", erklärte Wüst gegenüber dem WDR.

Klimaschutz als wichtigste Zukunftsaufgabe

Der neue Ministerpräsident Hendrik Wüst

Glückwünsche von allen Seiten

Nach der Wahl wurde Wüst von Landtagspräsident André Kuper vereidigt. "Diese Wahl berührt mich und ich bin dankbar für das Vertrauen", erklärte der neue Ministerpräsident anschließend. Es sei ihm eine Ehre, Nordrhein-Westfalen als Ministerpräsident dienen zu dürfen.

Neben aktuell Corona und dem Aufbau nach der Flut wären die wichtigsten Zukunftsaufgaben der Klimaschutz und die "Bewahrung der Schöpfung", betonte Wüst. Für kommenden Mittwoch (03.11.) kündigte er eine Regierunsgerklärung im Landtag an.

"Es ist mir eine Ehre, Nordrhein-Westfalen als Ministerpräsident dienen zu dürfen." Hendrik Wüst (CDU),
NRW-Ministerpräsident

Opposition freut sich auf Wettstreit

Auch die Opposition wirkte nach der deutlichen Wahl Wüsts erleichtert. "Ich bin froh, dass die CDU ihre Personalfagen geklärt hat. Und ich freue mich darauf, nun inhaltlich zu diskutieren", erklärte etwa SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty. Er wird bei der kommenden Landtagswahl im Mai Hendrik Wüst als Spitzenkandidat herausfordern - und möchte somit dafür sorgen, dass Wüst als Ministerpräsident mit der kürzesten Amtszeit in die Landesgeschichte eingehen wird.

Auch Verena Schäffer, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, gratulierte Wüst zur Wahl. Sie freue sich auf den Wettstreit um die besten Ideen für NRW.

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Abschied aus der Landespolitik

Vor der Wahl seines Nachfolgers verabschiedete sich der ehemalige Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) aus der Landespolitik. Viereinhalb Jahre war Laschet Regierungschef, insgesamt kann er auf 16 Jahre in der Landespolitik zurückblicken. "Natürlich ist ein solcher Moment nicht einfach", bekannte Laschet im Landtag. Er dankte ausdrücklich Hannelore Kraft, die ihm damals einen guten Übergang ins Regierungsamt ermöglicht hätte. Dabei betonte er die Gemeinsamkeit der Demokraten. Auch in der Opposition dürfe man "nicht der Versuchung erliegen, Hass und Ressentiments zu schüren".

Laschet: "Es war mir eine Ehre"

North Rhine-Westphalia's resigned State Premier Armin Laschet (L) receives flowers next to North Rhine-Westphalia's Transport Minister Hendrik Wuest after speaking during an extraordinary session of the regional parliament.

Der alte und der neue Minsterpräsident

In seiner Abschiedsrede erinnerte Laschet etwa an den Strukturwandel und auch die Corona-Krise, die er zu meistern hatte. "Noch nie wurden so viele Grundrechte außer Kraft gesetzt", erklärte Laschet. Darüber dürfe aber niemand "in Allmachtsfantasien verfallen", mahnte er. Er betonte in diesem Zusammenhang noch einmal seinen Kurs von "Maß und Mitte", der außerhalb NRWs gern als Zögern wahrgenommen werde.

Er mahnte zudem an, den europäischen Blick und das internationale Profil NRWs auch künftig weiter zu stärken. "Es war mir eine Freude, es war mir eine Ehre. Glückauf für unser Land NRW", schloss Laschet seinen Abschied.

Wohl keine Endstation Bundestag für Armin Laschet

Der Journalist Tobias Blasius kennt Armin Laschet gut. Im letzten Jahr hat er die Laschet-Biografie "Der Machtmenschliche" veröffentlicht. Er glaubt: "Es ist schon sehr hart für Armin Laschet." Seinem Neuanfang im Bundestag wohne sicherlich "kein Zauber inne". Aber Laschet werde sich schnell ein neues Betätigungsfeld suchen, meint Blasius: "Er wird versuchen, schnell wieder auf die Beine zu kommen."

Hendrik Wüst: Ein Porträt

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 06.10.2021 03:03 Min. Verfügbar bis 06.10.2022 WDR 5 Von WDR 5


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Stand: 27.10.2021, 14:15

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Christian Brüning 27.10.2021, 22:30 Uhr

    Glückwunsch NRW bekommt einen fähigen und tatkräftigen Ministerpräsidenten, der hoffentlich auch die Themen der Bevölkerung auf dem Land stärker im Fokus hat. Nur schade das die Medienberichterstattung auch des eher linksorientierten Wdr wenig objektiv ist.. Bezeichnend vielleicht der Artikel zur A44n hier wurde Wüst als damals derade neueren amtierender Verkehrsminister aufgeführt. DiePlanfehler lagen da denk ich eher bei der Rot.Grünen Vorgängerregierung

  • 2 Aufklärung 27.10.2021, 17:52 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 1 Freischheim, Bernhard 27.10.2021, 16:15 Uhr

    Allen WDR-Unken zum trotz, wurde H. Wüst/CDU ganz klar als neuer MP für NRW bestätigt. Seit heute Morgen hörten wir auf allen WDR-Kanälen immer wieder, wenn denn ohne Mehrheit usw. usw. Ich muss sagen, es ärgert mich, dass genau dieser WDR sich an den "Unkenrufen" zu dieser notwendigen Wahl beteiligt hat. Ich sehe darin eine "gewisse, politische Richtung" dieses Senders, schade!!! Mit hätte, wette, Fahrradkette, kann man medial keine gute und vernünftige Zusammenarbeit aufbauen. Nun gut, jetzt ist Herr Wüst dran und ich meine Kutschaty, Schäffer und Co. sollten sich zum Frühjahr 2022 nicht zu früh freuen! Neuste Umfragen zeigen den Moment aber nicht den Mai 2022!! Dies sollte sich auch der WDR und seine MA merken!!

    Antworten (1)
    • HJ 27.10.2021, 18:53 Uhr

      Hallo, ja auch der WDR berichtet über alles und jenes - müssen wohl auch 24Std/Tag aktiv sein. So - Ja - Herr Wüst als Ministerpräsident NRW: evtl. der nächste Looser ? Haben wir als Bürger noch Mitspracherecht ?

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