Minister: Genügend Ärzte bieten Abtreibung an

Hand eines Arztes mit Ultraschallgerät

Minister: Genügend Ärzte bieten Abtreibung an

  • Grüne stellen Anfrage zu Abtreibungen im Landtag
  • Familienminister: Angebot in Großstädten groß
  • Bundesweiter Rückgang um 40 Prozent seit 2003

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Angaben des Familienministeriums ein ausreichendes Angebot an Ärzten und Krankenhäusern, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. In manchen Großstädten bieten demnach mehr als 20 Praxen und Krankenhäuser Abbrüche auch ohne medizinische Indikation an, das heißt, ohne dass Gefahr für die Schwangere besteht.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) schilderte die momentane Versorgung in einer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus der Grünen-Landtagsfraktion.

40 Prozent weniger Kliniken und Praxen

Aus Sicht der Grünen ist es für Frauen in den vergangenen Jahren schwerer geworden, wohnortnahe Angebote zu finden. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts habe sich die Zahl der Praxen und Kliniken, die in Deutschland Abbrüche vornehmen, seit 2003 um 40 Prozent auf rund 1.200 verringert.

Zahl der Abtreibungen in NRW konstant

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in NRW ist nach Informationen des Landesbetriebs IT.NRW seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Im Jahr 2012 gab es demnach 21.866 Abtreibungen, 2017 lag die Zahl bei 21.869.

Stamp räumte jedoch ein, dass Frauen in einigen ländlichen Regionen größere Städte aufsuchen müssten. Dabei sei aber zu beachten, dass gerade Frauen aus dem ländlichen Raum gezielt Anonymität suchten.

Werbeverbot für Abtreibungen?

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.10.2018 07:24 Min. Verfügbar bis 19.10.2019 WDR 5

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Abtreibungs-Paragraph: SPD im GroKo-Dilemma

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 18.10.2018 02:35 Min. Verfügbar bis 18.10.2019 WDR 5

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Kein Versorgungsschlüssel für Abbrüche

Laut Schwangerschaftskonfliktgesetz hätten aber die Länder für ein ausreichendes ambulantes und stationäres Angebot zu sorgen, heißt es in der Anfrage aus der Landtagsfraktion der Grünen.

Anders als bei wohnortnahen Beratungsstellen gebe es für Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, aber "keinen Versorgungsschlüssel", erklärte Stamp. Auf Bundesebene streitet die große Koalition derzeit über eine Reform des Werbeverbots für Abtreibungen.

Stand: 27.11.2018, 08:00