Erste Polizeibilanz zu Messerattacken in NRW

Sichergestelltes Messer in einer Plastiktüte

Erste Polizeibilanz zu Messerattacken in NRW

  • 2.883 Messer-Angriffe in NRW im ersten Halbjahr 2019
  • Es gibt keine Vergleichszahlen für die neue Statistik
  • Für den Innenminister sind die Taten "ein Problem"

Am Sonntag (25.08.2019) wurde ein Mann auf dem Kölner Ebertplatz erstochen. Wie groß ist die Gefahr, die von Tätern mit Messern ausgeht, wirklich? Auch wenn das NRW-Innenministerium am Montag (26.08.2019) Zahlen vorlegte, bleibt diese Frage vorerst offen.

Herbert Reul spricht während einer Pressekonferenz

Herbert Reul (CDU)

Es ist die erste Halbjahresbilanz der neuen Messer-Angriffs-Statistik. Demnach gab es 2019 in den ersten sechs Monaten 2.883 von der Polizei erfasste Straftaten mit Messern in NRW. Registriert wurden 3.555 Opfer und Bedrohte.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dem WDR: "Diese erste Zwischenbilanz bestätigt die Vermutung, dass Messerangriffe wirklich ein Problem sind." Die bisher vorliegenden Zahlen, "machen nicht Mut, sondern machen schon unruhig."

Vergleichszahlen erst in einem Jahr

Einordnen kann man die Halbjahresbilanz nicht, denn es fehlen Vergleichszahlen. Erst seit Januar 2019 werden bundesweit verschiedene Tatmittel wie Messer und Stichwaffen in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.

Reul sagte darum: "Jetzt über Konsequenzen zu reden, ist Unsinn, ist viel zu früh, da muss man sich die Entwicklung genau anschauen. Wir werden Vergleichszahlen, die dann wirklich belastbar sind, auch erstmals in einem Jahr haben."

Kriminalität in NRW rückläufig

Insgesamt ist die Kriminalität in NRW laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2018 rückläufig. Die Zahl der Straftaten sank nach Angaben des Innenministeriums im Vergleich zu 2017 um knapp 7 Prozent. Das sei der niedrigste Stand seit fast 30 Jahren.

Der Ebertplatz in Köln

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 13.03.2019 18:37 Min. Verfügbar bis 11.03.2020 WDR 5 Von Ingo Zander

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Stand: 26.08.2019, 15:53