Messer-Verbot in Kneipenvierteln?

Waffenverbotszone in Hamburg

Messer-Verbot in Kneipenvierteln?

Von Sabine Tenta

  • Polizeigewerkschaft will Waffenverbotszone in NRW
  • Vorbild ist die Hamburger Reeperbahn
  • Stadt Düsseldorf sondiert Optionen

Hattingen, Oberhausen, Düsseldorf, Köln, Altena – das sind die Tatorte von Messerangriffen, die jüngst für Schlagzeilen sorgten.

Aber gibt es wirklich eine Zunahme der Taten? Oder sind es nur mehr Berichte? Der Landtags-Abgeordnete Hartmut Gantzke (SPD) will es genau wissen und hat eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Er fragt nach konkreten Zahlen über Delikte mit Messern.

Doch die gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, teilte das NRW-Innenministerium dem WDR auf Nachfrage mit. Was hingegen vorliegt, ist die Polizeiliche Kriminalstatistik mit allgemeinen Zahlen zu Gewaltdelikten. Die sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent gestiegen.

Polizeigewerkschaft will Waffenverbotszonen

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft NRW, Erich Rettinghaus, glaubt, es gebe "im letzten Jahr und in diesem Jahr durchaus eine Steigerung von Messer-Attacken." Dies sei sein persönlicher Eindruck.

Rettinghaus fordert darum, Waffenverbotszonen in NRW einzuführen, zum Beispiel in der Düsseldorfer Altstadt. Vorbild sei die Hamburger Reeperbahn. Zugleich fordert der Gewerkschafter auch mehr Personal, "denn die Verbote alleine reichen nicht. Die müssen auch kontrolliert werden."

Innenministerium: Keine Verbotszonen geplant

In Hamburg ist die rechtliche Grundlage das Waffengesetz. Danach kann ein Bundesland eine Rechtsverordnung erlassen, die Verbotszonen ermöglicht.

Eine solche Rechtsverordnung ist in NRW zurzeit nicht in Planung, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. "Wir zeigen an hochfrequentierten Orten wie der Düsseldorfer Altstadt am Wochenende eine höhere Polizeipräsenz."

Stadt Düsseldorf sondiert Optionen

Die Stadt Düsseldorf hingegen ist "offen für die Idee einer Waffenverbotszone". Aber entschieden oder gar konkret geplant sei noch nichts, sagte eine Stadtsprecherin. Man werde in der nächsten Woche ein Sicherheitstreffen mit der Polizei haben und dabei auch die Möglichkeit von Verbotszonen erörtern.

Stand: 05.12.2017, 16:07