Lagebild des LKA: Menschenhandel in NRW steigt weiter an

 Prostituierte auf dem Straßenstrich beugt sich in Auto

Lagebild des LKA: Menschenhandel in NRW steigt weiter an

  • Mehr Verfahren wegen Menschenhandels
  • Anzahl steigt um ein Drittel
  • Dunkelziffer vermutlich weit höher

Die Zahl der Strafverfahren wegen Menschenhandels ist in Nordrhein-Westfalen um rund 28 Prozent angestiegen. Dies geht aus dem "Lagebild Menschenhandel und Ausbeutung" hervor, das NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag (17.09.2019) dem Landtag vorgelegt hat.

Fast ausschließlich weibliche Opfer

Demnach wurden im vergangenen Jahr in 114 Strafverfahren gegen 154 Tatverdächtige ermittelt, die 131 Opfer sexuell ausgebeutet hatten. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt. Laut Landeskriminalamt (LKA) ist seit 2013 beim Menschenhandel in NRW ein "kontinuierlicher Anstieg" der Fallzahlen feststellbar. Dem Bericht zu Folge gab es dabei 127 weibliche und zwei männliche Opfer, die sexuell ausgebeutet wurden.

Razzia gegen Menschenhandel im Raum Aachen

00:27 Min. Verfügbar bis 20.07.2020

Dunkelziffer liegt vermutlich weit höher

Die Dunkelziffer ist vermutlich weit höher. So schreiben die Ermittler im Vorwort des Lagebilds, dass es "ausschließlich die den Strafverfolgungsbehörden bekannt gewordenen Fälle" darstelle. Es spiegele "somit nur einen Teil der tatsächlichen Kriminalität in diesen Deliktsbereichen wider."

Überwiegend männliche Täter

Auf Täterseite wurden 154 Verdächtige gezählt. Neben 101 Männern waren darunter 40 Frauen. Der Rest blieb unbekannt. "Die Mehrzahl der Frauen war als Anwerberin und Ausbeuterin tätig", so das LKA. Bei den Männern kam es 2018 in drei Fällen zur sogenannten "Loverboy-Methode", bei der die Verdächtigen ihren jungen Opfern eine Liebesbeziehung vorspielten, um sie in die Prostitution zu treiben.

Prozessauftakt: Menschenhandel und Zwangsprostitution Lokalzeit Südwestfalen 21.05.2019 Verfügbar bis 21.05.2020 WDR Von Anke Bösenberg

Stand: 17.09.2019, 18:01