Neues Meldesystem für Angriffe auf Einsatzkräfte

Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen in Dunkelheit am Unfallort in Beckum (06.02.2021)

Neues Meldesystem für Angriffe auf Einsatzkräfte

Gesundheits- und Innenministerium wollen es Helfern von Feuerwehr und Rettungsdiensten leichter machen, Übergriffe zu melden. In zwölf Kreisen und Städten startet eine Pilotphase.

Das Land Nordrhein-Westfalen bringt ein neues Meldesystem für Gewalt gegen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten an den Start.

Das "Innovative Melde- und Erfassungssystem Gewaltübergriffe" (IMEG) werde zunächst von zwölf Kreisen und kreisfreien Städten getestet, teilten das NRW-Innenministerium und das NRW-Gesundheitsministerium mit. Einsatzkräfte können darüber körperliche Angriffe, verbale und non-verbale Übergriffe sowie Sachbeschädigungen online melden.

"Jeder einzelne Fall einer zuviel"

"Leider werden Einsatzkräfte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit auch mit Respektlosigkeiten und sogar Gewaltübergriffen konfrontiert", heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung. "Auch wenn es sich bei diesen Übergriffen glücklicherweise um Einzelfälle handelt, so ist jeder einzelne Fall einer zu viel und kann und darf nicht toleriert werden", schreiben die Ministerien weiter.

Zwar gebe es an vielen Rettungs- und Feuerwachen bereits eigene Prozesse, um die Einsatzkräfte nach einem Übergriff bestmöglich zu unterstützen. Durch das neue IT-System werde jedoch der Meldeweg vereinfacht und die Bearbeitung der Fälle beschleunigt.

Je nach Schwere des Vorfalls erfolge ein intensiveres Management aus psychosozialer Nachbereitung, Unfallanzeige oder Strafantrag. Die Nachsorge bei Übergriffen sei "eine unerlässliche Hilfe für die betroffenen Helferinnen und Helfer", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Man sei es den Einsatzkräften schuldig, "dass wir uns um sie kümmern".

Pilotphase unter anderem in Düsseldorf und Minden-Lübbecke

Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, Angriffe auf Einsatzkräfte werde man „niemals akzeptieren“. Respektlosigkeiten und Gewalt gegenüber Rettungsdiensten und Feuerwehr seien ein gesellschaftliches Problem. Das Melde- und Erfassungssystem IMEG ist den Angaben zufolge Teil des 2019 vom Land unter anderem mit den NRW-Kommunen ins Leben gerufenen Aktionsplans "Gemeinsam gegen Gewalt".

Das Portal startet in eine Pilotphase in den kreisfreien Städten Bochum, Krefeld, Hamm, Duisburg und Düsseldorf sowie den Kreisen Heinsberg, Herford, Mettmann, Lippe, Minden-Lübbecke, Warendorf und der Städteregion Aachen.

Stand: 10.01.2022, 12:10

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