26.100 Plätze mehr im neuen Kita-Jahr

Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden.

26.100 Plätze mehr im neuen Kita-Jahr

  • Höchster Zuwachs bei Ü3-Kindern
  • Nur rechnerisch besteht Vollversorgung
  • Nachfrage nach Plätzen deutlich gestiegen

NRW kann nach Angaben des Familienministeriums zum neuen Kindergartenjahr den größten Zuwachs an Plätzen seit zehn Jahren verbuchen. Insgesamt hätten die 186 Jugendämter fast 711.000 Plätze gemeldet, teilte Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Donnerstag (25.07.2019) in Düsseldorf mit.

Damit stünden zum 1. August über 26.000 Plätze mehr (+3,8 Prozent) zur Verfügung als im laufenden Kita-Jahr. Die Zahl der Kindertageseinrichtungen (Kitas) sei um rund 250 auf 10.316 (+2,3 Prozent) gestiegen.

Drei Prozent mehr Plätze bei Ü3

Der Zuwachs erstreckt sich nach Angaben des Ministers auf alle Altersgruppen. Den höchsten Zuwachs an Plätzen gibt es demnach für die über dreijährigen Kinder (Ü3). Hier werden die Zahlen zum neuen Kita-Jahr um rund drei Prozent auf über 508.000 Betreuungsplätze klettern - davon fast 504.000 in Kindergärten, der Rest bei Tagesmüttern und -vätern.

Rein rechnerisch ist bei dem Ü3-Angebot landesweit von einer Vollversorgung auszugehen. Dennoch klagen Eltern über Engpässe vor Ort. In den vergangenen Jahren sind in einigen Kitas Ü3-Platze in Krippenplätze für Jüngere umgewandelt worden. Wegen steigender Geburtenzahlen und Zuwanderung sei die Nachfrage aber in allen Altersgruppen gestiegen, stellte Stamp fest.

Knapp 40 Prozent Versorgungsquote bei U3

Bei den Kindern unter drei Jahren werde in NRW nun eine Versorgungsquote von 39,5 Prozent erreicht, berichtete Stamp. Dies seien 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den ein- und zweijährigen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Platz haben, steige die Versorgungsquote um 1,3 Prozent auf 59,3 Prozent.

Insgesamt werden allein für die Kinder unter drei Jahren 202.535 Betreuungsplätze zur Verfügung stehen - davon fast 140.200 in Kitas und über 62.000 bei Tagesmüttern und - vätern. Der regionale Bedarf an Plätzen ist nach Angaben der Jugendämter höchst unterschiedlich. Da alle Bundesländer in den vergangenen Jahren ihr Angebot an Kita-Plätzen ausgebaut haben, ist NRW in den Vergleichen des Statistischen Bundesamts trotz aller Anstrengungen bislang stets Schlusslicht geblieben.

Mehr Geld ab Kita-Jahr 2020/21

Die Landesregierung hatte bereits zugesagt, dass ab dem Kita-Jahr 2020/21 rund 1,3 Milliarden Euro mehr aus Bundes-, Landes- und Kommunaltöpfen in die Betreuung investiert werden. Außerdem garantiert das Land Kommunen und Trägern, jeden notwendigen neuen Kita-Platz zu bewilligen und zu finanzieren.

Fehlende Kinderbetreuung im Sommer Westpol 23.06.2019 UT DGS Verfügbar bis 23.06.2020 WDR

Stand: 25.07.2019, 16:16