Platte Debatte um Maskenpflicht

Leuchtstreifen über ein Maskenpflichtschild geklebt

Platte Debatte um Maskenpflicht

Von Christoph Ullrich

Die Debatte um ein mögliches Ende der Maskenpflicht ist vor allem eines: zu oberflächlich. Und das auf beiden Seiten. Ein Kommentar:

Die Corona-Maßnahmen wurden eingeführt, um sie überflüssig zu machen. Das haben wohl viele vergessen, die jetzt wegen der Debatte um die Maskenpflicht wieder warnen, das sei ein sicherer Weg in eine neue Corona-Welle. Und diejenigen, die sich gar nicht schnell genug von FFP-2-, OP- oder Alltagsmakse trennen können, haben vergessen, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Womit wir beim Problem der Debatte sind. Sie ist - wie so vieles der vergangenen Monate - reine Symbolik und weniger von Differenzierung geprägt.

Keine juristische Grundlage mehr

Ja, irgendwann - und dieser Zeitpunkt rückt näher - müssen die Masken als reine Pflicht fallen. Dann, wenn jeder Impfwillige seine Dosis bekommen hat, wird es juristisch schwierig für die Maskenpflicht. Per politischer Verordnung wird sie dann kein Gericht des Landes mehr so ohne Weiteres durchwinken. Spätestens ab dem frühen Herbst dürfte dieser Zeitpunkt gekommen sein.

Masken zum Schutz der Anderen

Wer dann eine Maskenpflicht will, muss sie gesetzlich für Bereiche regeln, in denen es der Staat regeln kann: zum Beispiel im ÖPNV. Bis aber dieser Zustand erreicht ist, haben wir aber noch ein paar Wochen, in denen wir uns mit den Masken rumschlagen müssen. Um eben die zu schützen, die noch nicht vollständig geimpft sind und für die eine Infektion weiterhin mit einem hohen Risiko einhergeht.

Und trotzdem dürfen, müssen wir gar, jetzt schon die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung hinterfragen. Zum Beispiel an Orten, an denen es grundsätzlich Blödsinn ist: draußen. Städte und Gemeinden, die weiterhin an einer Maskenpflicht im Außenbereich festhalten, veweigern sich ein Stück weit erlangtem Wissen. Klar gibt es in Innenstädten immer wieder enge Stellen. Aber wenn nun selbst die größten Corona-Warner sagen, dass außerhalb von geschlossenen Räumen kaum eine Ansteckung erfolgt, darf man das ruhig zur Kenntnis nehmen, und lockern, bevor es ein Richter oder eine Richterin macht.

Maskenpflicht in Schulen

Bleibt also noch eine Frage: Was ist mit den Schulen? Auch hier gilt Augenmaß. Im Unterricht machen die drei Wochen bis zu den Sommerferien den Braten nicht mehr fett. Wer aber auch auf dem Schulhof weiter auf die Maske besteht, der- oder diejenige muss sich im Klaren sein, rein symbolisch zu agieren.

Kürzen wir es einfach ab: Bitte noch ein wenig mit Maske, aber dafür an weniger, sinnvollen Orten! Dann sollte sich das Thema "Maske" bald erledigt haben.

Stand: 14.06.2021, 16:03

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