Marode Schulen: Schleppende Sanierung

Schulsanierung, Maler streicht Türrahmen von Klassenzimmer

Marode Schulen: Schleppende Sanierung

  • Stichprobe: Schulen in schlechtem Zustand
  • Geld für die Sanierung fließt, ist aber zu knapp bemessen
  • NRW bei der Finanzierung von Schulsanierung bundesweit Schlusslicht

Die Schulgebäude in Nordrhein-Westfalen sind alles andere als in einem guten Zustand. Das ergibt ein Stimmungsbild, das der WDR über eine nicht repräsentative Umfrage unter knapp 1.200 Schulen im Westen eingeholt hat.

Kaputte Toiletten, Wasserschäden, undichte Fenster - viele Schulen in NRW sind marode. Helfen sollte das Förderprogramm "Gute Schule 2020".

Den Kommunen in NRW wurden zwei Milliarden Euro vom Land zur Verfügung gestellt, um damit Gebäude zu sanieren und die Digitalisierung zu fördern. Eine Zwischenbilanz des WDR zeigt: Das Geld scheint anzukommen - reicht aber nicht aus.

Sanierung von Schulen: Zwei Milliarden sind nicht genug

WDR 5 08.03.2020 00:18 Min. Verfügbar bis 08.03.2021 WDR 5

Stichprobe bei NRW-Schulen

Der WDR hat bei den Schulen nachgefragt, wie der aktuelle bauliche Zustand ist und wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat. 1.178 der 5.672 Schulen haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Zahlen sind nicht repräsentativ, zeichnen aber ein Stimmungsbild.

Fast 80 Prozent der Schulleiter*innen, die an der Umfrage teilgenommen haben, bewerten den Zustand ihrer Schule als "marode" oder "mit einigen Schäden".

Verbesserung bei mehr als der Hälfte

Spannend ist der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. 10,36 Prozent geben an, dass sich die bauliche Situation verschlechtert hat. 34,3 Prozent sehen keine Veränderung aber immerhin 55,35 Prozent der teilnehmenden Schulen haben angegeben, dass sich die bauliche Situation an ihrer Schule leicht oder stark verbessert hat.

Das ist eine deutlich Steigerung gegenüber einer früheren Umfrage des WDR: 2018 hatten noch gut 63 Prozent der damals 1.400 teilnehmenden Schulen geantwortet, dass es im Vorjahr keine Veränderung des baulichen Zustands gegeben habe.

Ministerium: Pauschale wurde erhöht

Dass bei 44 Prozent der befragten Schulen das Programm aber offenbar nicht angekommen ist, erklärt Mathias Richter, Staatssekretär im NRW-Bildungsministerium, so: "Die zwei Milliarden werden ja verteilt auf viele Schulträger in Nordrhein-Westfalen. Und wahrscheinlich sind das die Schulen, die bislang noch nicht auf der Investitionsliste standen."

Daher sei er überzeugt, dass die Schullandschaft in NRW auch weiterhin ein Förderprogramm gebrauchen könnte. Die Entscheidung darüber treffe aber letztlich der Gesetzgeber.

Stand: 11.03.2020, 06:00