Ermittlungskommission zum Fall Lügde wird reduziert

Polizeiauto am mutmasslichen Tatort in Lügde

Ermittlungskommission zum Fall Lügde wird reduziert

  • Weniger Beamte ermitteln im Fall Lügde
  • Reaktion auf erste Anklagen
  • Beweismaterial wird weiter ausgewertet

Nach der Vorlage der Anklageschriften gegen drei Beschuldigte ist die rund 80-köpfige Ermittlungskommission zur Aufklärung des Missbrauchsfalls von Lügde verkleinert worden. Das sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag (06.06.2019) im Innenausschuss des Landtags.

Kommission schon auf 53 Ermittler runter

Innenminister Herbert Reul

NRW-Innenminister Herbert Reul

Derzeit hat die Ermittlergruppe im Bielefelder Polizeipräsidium nach Angaben des Ministeriums noch 53 Mitglieder. Die Zahl werde noch weiter reduziert. Die Vorlage der Anklageschriften sei die "erste Zäsur", sagte Reul. Die Ermittlungen gegen weitere Beschuldigte würden aber fortgesetzt und das digitale Beweismaterial weiter ausgewertet.

Bei der Staatsanwaltschaft Detmold werden im gesamten Verfahrenskomplex laut einem Bericht Reuls Verfahren gegen 22 Beschuldigte, davon zwei Polizeibeamte und acht Behördenmitarbeiter, geführt.

Anklage gegen drei Männer

Auf dem Campingplatz in Lügde sollen über Jahre hinweg mehr als 40 Kinder sexuell missbraucht worden sein. Dem 56 Jahre altem Hauptverdächtigen wirft die Anklage 298 Fälle vor. Angeklagt sind zudem ein 34 Jahre alter Komplize sowie ein 49 Jahre alter Mann aus Stade, der an Webcam-Übertragungen des Kindesmissbrauchs teilgenommen haben soll.

Der Prozess soll Ende Juni beginnen. Die Aufklärung des Falls war von Pannen begleitet worden, unter anderem waren Beweismittel bei der Kreispolizei Lippe verschwunden. Die Ermittlungen waren schließlich dem Polizeipräsidium Bielefeld übertragen worden.

Stand: 06.06.2019, 15:44