Stamp kündigt Konsequenzen aus Missbrauchsfällen an

Stamp kündigt Konsequenzen aus Missbrauchsfällen an

  • Nach Lügde: Stamp prüft Konsequenzen
  • Mitarbeiter in Jugendämtern mehr qualifizieren
  • Familienminister gegen Schnellschüsse

Als Konsequenz aus dem Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde will NRW-Familienminister Stamp (FDP) Verbesserungen auf Behördenebene prüfen. Das kündigte er am Samstag (09.02.2019) im WDR an.

Unter anderem nannte der Minister die Arbeit in den Jugendämtern. Es gehe nicht nur darum, die Personalstärke dort zu erhöhen. Vielmehr müssten die Mitarbeiter dort besser geschult werden.

Zudem gelte es, Einrichtungen besser zu vernetzen und die Fachberatung zum Erkennen von sexuellem Kindesmissbrauch flächendeckend zu organisieren. Zudem müsse es gegebenenfalls bei Familiengerichten mehr Fortbildungsangebote geben.

Stamp für systematische Vorgehensweise

Stamp betonte, er sei vorsichtig mit Schnellschüssen. Er wolle die Sache systematisch angehen und analysieren, wo es Defizite gebe.

Der Minister zeigte sich angesichts des Ausmaßes des Kindesmissbrauchs "wütend". Zwar liege die Aufsicht für die Jugendämter bei den Kommunen. Dennoch wolle die Landesregierung sich nicht "wegducken", sondern sich vielmehr der Verantwortung stellen.

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Sexueller Missbrauch: Wie Jugendämter Hinweise überprüfen

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Ermittlungen gegen Jugendämter und Polizisten

In Lügde waren mindestens 29 Kinder jahrelang sexuell missbraucht worden. Seit Bekanntwerden im November 2018 wird gegen zwei Jugendämter und Polizeibeamte ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Detmold will klären, ob die Behörden nach Hinweisen im Jahr 2016 früher hätten aktiv werden müssen.

Stand: 09.02.2019, 18:53